Kringel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kringels · Nominativ Plural: Kringel
Aussprache
WorttrennungKrin-gel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kringel‹ als Letztglied: ↗Butterkringel · ↗Haarkringel · ↗Lichtkringel · ↗Schokoladenkringel · ↗Sonnenkringel · ↗Zuckerkringel
eWDG, 1969

Bedeutung

kleiner Kreis, kleiner Bogen, runder Schnörkel
Beispiele:
er malte aus Langeweile Kringel auf das Blatt Papier
daß der Holztisch ungescheuert war und noch die Kringel der übergelaufenen Biergläser ... von vor acht Tagen zeigte [ViebigSchlafendes Heer338]
sein triefendes Haar lockte sich zu blechsteifen, jettschwarzen Kringeln [A. NeumannEs waren ihrer sechs55]
ringförmiges Gebäck
Beispiel:
sie backte wohlschmeckende Kringel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kring(e) · Kringel · kringeln · kring(e)lig
Kring(e) m. (selten f.) ‘Ring, Kreis, rundes Tragekissen für Kopflasten’, mhd. krinc, kringe ‘Kreis, Ring, Bezirk’, mnd. crinc, anord. kringr, schwed. (mundartlich) kring, germ. *kringa-; Ablaut zeigt mhd. kranc ‘Kreis, Umkreis’. Wohl verwandt mit lit. gręžti ‘drehen, wenden’, dann weiter zu ie. *grenk-, einer nasalierten Gutturalerweiterung (neben ie. *greng- bzw. *greng̑-, s. ↗krank) der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗kriechen, ↗krumm). Davon abgeleitet mit deminutivem l-Suffix Kringel m. ‘kleiner Kreis, Schnörkel, ringförmiges Gebäck’, spätmhd. mnd. kringel ‘Kreis, ringförmiges Gebilde, Brezel’, anord. schwed. kringla ‘Kreis’. kringeln Vb. ‘Kreise, Ringe, Schnörkel bilden oder formen, ringeln, kräuseln’ (19. Jh., doch in den Mundarten gewiß älter). kring(e)lig Adj. ‘geringelt, gekräuselt’, älter kringlicht (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kringel · ↗Ring · ↗Windung
Synonymgruppe
Breze · ↗Brezel · Brezn · Kringel  ●  ↗Bretzel  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eis Karte Kreuz Kringel Luft Papier Pfeil Strich Wand blasen blau bunt dick drehen golden grün lustig malen rot schwarz süß zeichnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kringel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Plot dreht keine Kringel, es gibt kaum was zu knobeln und man bekommt auch keine schweißnassen Hände.
Die Welt, 22.05.2004
Sie malt mit verbundenen Augen bunte Kringel auf weißes Papier.
Süddeutsche Zeitung, 02.11.1998
Ich male lange Kringel von links nach rechts über die Seite.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 29
Mit der Reitpeitsche zeichnet sie Kringel in den Schnee und schlägt gegen die Stiefelschäfte.
Schlink, Bernhard: Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 132
Sie führte von den neuen Mietshäusern mit ihren Kringeln und Verzierungen der ausgehenden stalinistischen Ära in östliche Pachtung.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 122
Zitationshilfe
„Kringel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kringel>, abgerufen am 22.07.2019.

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