Krieger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kriegers · Nominativ Plural: Krieger
Aussprache
WorttrennungKrie-ger
Wortbildung mit ›Krieger‹ als Erstglied: ↗Kriegerdenkmal · ↗Kriegerkaste · ↗Kriegerleben · ↗Kriegertum · ↗Kriegerwitwe · ↗kriegerisch
 ·  mit ›Krieger‹ als Letztglied: ↗Gotteskrieger
eWDG, 1969

Bedeutung

Bewaffneter der Frühzeit und des Mittelalters
Beispiele:
die Krieger kamen zu einer Beratung zusammen
im Kampf fielen viele Krieger
altertümelnd Soldat
Beispiele:
ein kalter Krieger (= ein Politiker, der für den kalten Krieg tätig ist)
der Mann war körperlich so gesund, wie man es jedem braven deutschen Krieger nur wünschen konnte [A. ZweigGrischa146]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krieg · kriegen · Krieger · kriegerisch · Kriegsfuß · Kriegsschauplatz · Kriegsgefangener · Kriegserklärung
Krieg m. ‘bewaffnete Auseinandersetzung’, ahd. krieg ‘Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei’ (10. Jh.), mhd. kriec, krieg ‘Anstrengung, Bemühen, Streben nach oder gegen etw., Widerstreben, Widerstand, Zwietracht’, auch ‘Streit mit Waffen, Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung’, mnd. krīch, mnl. crijch ‘Halsstarrigkeit, Zwietracht, Streit, Kampf’, nl. krijg ‘Krieg’ sowie ahd. widarkriegelīn ‘halsstarrig’ (9. Jh.), einkrieglīh ‘sehr zäh, langausdauernd, -anhaltend, halsstarrig’ (8. Jh.), afries. halskrīga ‘Steifheit des Halses’ sind ihrer Herkunft nach ungeklärt. Besteht Verwandtschaft mit lett. grīns ‘finster, mürrisch’ und möglicherweise griech. brī́thos (βρῖθος) ‘Wucht, Gewicht, Last’, air. brīg ‘Kraft, Macht, Wert’ bei Ansatz von ie. *gu̯erī̌, einer Weiterbildung der unter ↗kirre (s. d.) genannten Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘schwer’? Oder ist mit Aumann in: PBB 61 (1937) 257 ff. im Hinblick auf ahd. widarkriegī (Hs. 12. Jh.) für lat. contrōversia Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm) möglich? de Vries Nl. 362 denkt angesichts der schwachen Anknüpfungsmöglichkeiten an ein Substratwort im kontinentalen Westeuropa. kriegen Vb. ‘erhalten, bekommen’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb mhd. kriegen, (md.) krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten (körperlich und geistig), mit Worten streiten, zanken, handgreiflich werden, kämpfen, Krieg führen’, mnd. krīgen ‘streiten, einen Prozeß, Krieg führen’ hat neben sich (bis ins 16. Jh.) ein (in seiner Zugehörigkeit wie das Substantiv nicht geklärtes) starkes Verb mhd. krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten, streiten, kämpfen mit Worten und Waffen’ und (seit dem 14. Jh.) ‘erhalten, bekommen’, mnd. krīgen ‘bekommen, empfangen, erlangen, erwerben, gewinnen’, mnl. crīghen ‘sich anstrengen, streben, streiten, Krieg führen’, nl. krijgen ‘erhalten, bekommen, Krieg führen’. Ein zum schwachen Verb gebildetes mhd. erkriegen, im Md. ‘erstreben, erlangen, zu erreichen suchen’, mnd. erkrīgen verliert in md. und nd. Gebieten seine Vorsilbe und übernimmt mit dem Untergang des starken Verbs dessen Bedeutung ‘erhalten, bekommen’. Den alten Gebrauch im Sinne von ‘Krieg führen, kämpfen’ bewahren südd. Mundarten; auch die gehobene Literatursprache greift darauf gelegentlich zurück. Krieger m. ‘Kämpfer, Streiter’, mhd. krieger. kriegerisch Adj. ‘kampf-, angriffslustig’ (16. Jh.); vgl. mhd. kriegisch ‘trotzig, streitsüchtig’. Kriegsfuß m. in der Wendung das Heer auf den Kriegsfuß setzen (Campe 1808), vgl. frz. mettre sur pied une armée ‘eine Armee aufstellen’, jünger (Mitte 19. Jh.) auch mettre sur le pied de guerre ‘angriffsbereit machen’; heute mit jmdm. auf (dem) Kriegsfuß stehen ‘mit jmdm. im Streit leben’. Kriegsschauplatz m. (Ende 18. Jh.), zuvor Schauplatz des Krieges (Ende 17. Jh.). Kriegsgefangener m. (17. Jh.). Kriegserklärung f. (18. Jh.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Krieger · ↗Kämpfer · ↗Soldat · ↗Streiter  ●  ↗Kämpe (veraltet oder ironisch)  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Krieger · Reiterkrieger · ↗Ritter  ●  ↗Recke  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bezirksausschußvorsitzende Chronik Gremiumsvorsitzende Häuptling Jäger Kaiserin Krieger Maske Priester Terrakotta-Armee bewaffnet bärtig edel fett gallisch gefallen gefürchtet germanisch geschlagen heilig heimkehrend indianisch kalt keltisch müd opferbereit sterbend tapfer tönern verwundet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krieger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die alte Garde der Kalten Krieger müsse jetzt abtreten, in Ost wie West.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2000
Sein Mut war der des klugen Kriegers, der auf die richtige Stunde warten kann.
Der Tagesspiegel, 11.12.1998
Freilich werden die Kalten Krieger von damals und die von heute einwenden, so wertneutral könne man an dieses Problem nicht herangehen.
Die Zeit, 24.03.1967, Nr. 12
Ja, es war eine herrliche Zeit, als sie nun heimkehrten, unsere geliebten Krieger!
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Es spreizte sich wie ein Krieger, auf seinem gestreckten Arm hockte ein Tier mit pelzigem Schwanz.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 51
Zitationshilfe
„Krieger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Krieger>, abgerufen am 25.04.2019.

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