Krawall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krawalls · Nominativ Plural: Krawalle
Aussprache
WorttrennungKra-wall (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Krawall‹ als Erstglied: ↗Krawallmacher  ·  mit ›Krawall‹ als Letztglied: ↗Mordskrawall · ↗Riesenkrawall · ↗Straßenkrawall · ↗Studentenkrawall
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
(politischer) Aufruhr, Empörung
Beispiele:
ein blutiger, aufrührerischer Krawall
auf der Straße, vor dem Rathaus brachen Krawalle aus
wo er sich zeigte, kam es zu Krawallen
die Krawalle gingen nach der Veranstaltung noch lange weiter, dauern noch immer an
2.
meist im Singular
umgangssprachlich Lärm
Beispiele:
ein ungeheurer, lauter, furchtbarer Krawall
der Krawall der Flugzeuge, der vorbeifahrenden Panzer, der spielenden Kinder ist auf die Dauer unerträglich
der ständige Krawall vor dem Krankenhaus störte die Patienten
er schlug mächtigen, großen Krawall (= er beschwerte sich laut)
Die gelben Vögel, ihr Krawall bei Dämmerung [FrischHomo faber215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krawall m. ‘Volksauflauf, Aufruhr, Tumult, Unruhe, Lärm’ (obd. 15. Jh., seit Unruhen von 1830 in Hanau/Hessen übliche Bezeichnung in der Literatursprache). Herkunft ungewiß. Vielleicht entlehnt aus mlat. charavallium (neben chalvaricum, charavaria) ‘Klirren und Geschrei als Hochzeitsständchen, besonders zur Verspottung zum zweiten Male Heiratender, Katzenmusik’, das wie frz. charivari, afrz. chalivali, charivari, aprov. charavali ‘Lärm, Katzenmusik’ auf spätlat. carībaria, griech. karēbaría (καρηβαρία) ‘Schwere des Kopfes, Benommenheit, Kopfschmerz’ beruht, also eigentlich die Folge des Lärms kennzeichnet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auflehnung · ↗Aufruhr · ↗Aufstand · Aufstand der Massen · ↗Ausschreitung · ↗Erhebung · Krawall · ↗Massenaufstand · Massenproteste · Massenunruhen · Protestaktionen · Proteste · ↗Putsch · ↗Rebellion · ↗Tumult · ↗Unruhe · bürgerkriegsähnliche Zustände
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufruhr · Krawall · ↗Lärm · ↗Rabatz · ↗Randale · ↗Spektakel · ↗Tumult · ↗Unruhe  ●  ↗(die) Welle  ugs. · ↗Aufstand  ugs. · ↗Terz  ugs. · ↗Theater  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auslöser Ausschreitung EU-Gipfel Fußballspiel Fußballstadion G-8-Gipfel Himmelfahrtstag Hooligan Plünderung Pokalspiel Rädelsführer Schanzenviertel Verletzte Vorstadt Walpurgisnacht anzetteln ausarten ausbleiben ausländerfeindlich befürchtet blutig bürsten fremdenfeindlich gewalttätig heftig nächtlich schwer tagelang verletzen überschatten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krawall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur wenige Stunden nach den gewalttätigen Krawallen lief wieder eine Demo an der roten Flora.
Bild, 03.05.2000
Bei Krawallen am Rande der Demonstration gab es drei Verletzte.
Der Tagesspiegel, 18.12.1997
Und hier, inmitten des Krawalles, ist auch ein zahmer Rabe da.
Tucholsky, Kurt: Pariser Vorort. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 3629
Als Fichte zwei Jahre später die studentischen »Orden« gegen sich aufbringt, wird es wieder zu Krawallen kommen.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 298
Die Stimmung ist sehr gut, die Zivilbevölkerung geht ihrer Tätigkeit nach, die Polen denken, Gott bewahre, an keinen Krawall nicht.
Bobrowski, Johannes: Levins Mühle, Frankfurt a. M.: Fischer 1964, S. 261
Zitationshilfe
„Krawall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Krawall>, abgerufen am 24.08.2019.

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