Kram, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krams · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Kram‹ als Erstglied: ↗Krambude · ↗Kramhandel · ↗Kramkiste · ↗Kramladen · ↗Kramwaren
 ·  mit ›Kram‹ als Letztglied: ↗Alltagskram · ↗Bürokram · ↗Flitterkram · ↗Formelkram · ↗Gedächtniskram · ↗Gefühlskram · ↗Grünkram · ↗Kinderkram · ↗Kleinkram · ↗Naschkram · ↗Papierkram · ↗Privatkram · ↗Riesenkram · ↗Routinekram · ↗Scheißkram · ↗Schreibkram · ↗Spielkram · ↗Süßkram · ↗Trödelkram · ↗Verwaltungskram · ↗Weiberkram · ↗Zeitungskram · ↗Zettelkram
 ·  mit ›Kram‹ als Grundform: ↗Krams
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp
1.
abwertend irgendwelche nicht näher bezeichneten, wertlosen Gegenstände, Krempel, Zeug
Beispiele:
alter, unnützer, wertloser Kram lag auf dem Boden herum
auf dem Tisch liegen Werkzeuge, Blechstücke, Büchsen und sonstiger Kram
er wühlte in dem Kram
wir haben den ganzen Kram billig erworben
ich weiß nicht wohin mit dem Kram
was sollen wir mit dem Kram?
in den Läden wird viel unnützer Kram (= unnütze Waren) angeboten
Habseligkeiten
Beispiele:
er packte seinen Kram zusammen, konnte mit dem ganzen Kram nichts anfangen
lass deinen Kram nicht überall herumliegen!
hängt sie sehr an ihrem alten Kram?
2.
abwertend irgendeine nicht näher bezeichnete Angelegenheit, irgendwelche nicht näher bezeichneten Angelegenheiten
Beispiele:
ich will von diesem Kram nichts mehr hören
hoffentlich bringen wir den ganzen Kram schnell hinter uns
der berufliche, tägliche Kram
er breitet seinen Kram gern vor allen Leuten aus (= behelligt alle mit seinen Angelegenheiten)
ich habe diesen Kram gründlich satt!
er verlor die Geduld und schmiss, haute den ganzen Kram hin (= gab die Arbeit auf)
sie hätte ihrem Vorgesetzten am liebsten den ganzen Kram vor die Füße geworfen
mach doch deinen Kram alleine!
diese Änderungen passen mir gar nicht in den, in meinen Kram (= kommen mir ganz ungelegen)
rede mir nicht dauernd in meinen Kram hinein!
es wird mir ernst sein mit Humanität und historischem Fortschritt und all dem Kram [NollHolt2,442]
3.
Kram machenUmstände, Aufheben machen
Beispiele:
macht wegen uns nicht so viel Kram, wir sind mit einem einfachen Essen zufrieden!
mit ihm werden wir nicht viel Kram machen
mach (doch) nicht so viel Kram, meine Hilfe war selbstverständlich! (= danke mir nicht, meine Hilfe war selbstverständlich!)
mach (bloß) keinen Kram, alle warten auf dich (= sträube dich nicht, alle warten auf dich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kram · kramen · Kramladen · Krämer
Kram m. ‘(geringwertige) Gegenstände, Zeug, Krempel’, übertragen ‘nicht näher bezeichnete lästige Angelegenheiten’, ein nur im Dt. und Nl. heimisches Wort, das allerdings auf Grund ausgedehnter Handelsbeziehungen hansischer Kaufleute ins Nordgerm., ins Balt. und Slaw. entlehnt wird. Die Herkunft von ahd. krām ‘Kaufmannsbude, Zelt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krām ‘ausgespanntes Tuch, Zeltdecke, Kaufmannsbude, Handelsgeschäft, Kaufmannsware’, mnd. krām ‘Verkaufszelt, Waren, Kleinhandel, Gardine des Wochenbetts, Wochenbett’, mnl. crāme, craem, nl. kraam ist unbekannt. Anzunehmen ist eine Grundbedeutung ‘Zeltdach über einem Verkaufsstand bzw. über dem Wagen eines reisenden Händlers’; doch Anschluß an die s-lose Variante der unter ↗Schirm (s. d.) behandelten ie. Wurzel bleibt unsicher. Vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 173 ff. kramen Vb. ‘herumwühlen’, mhd. krāmen ‘Kramhandel treiben’. Kramladen m. ‘Laden mit Kleinwaren’ (17. Jh.). Krämer m. ‘Lebensmittel-, Kleinwarenhändler’, übertragen ‘kleinlicher, engherziger Mensch’ (wofür auch Krämerseele, um 1800), ahd. krāmāri, krāmeri ‘Kleinhändler, Schankwirt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krāmære, kræmer.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Bursche machte sich an das Ordnen des umherliegenden Krams.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 974
Da die Urteilsbegründung Krams ausführlich und essenziell sei, müsse jene Voraussetzung, die von deutscher Seite beeinflussbar sei, geändert werden.
Die Welt, 09.03.2001
Die zwei nehmen aus der Außenwelt, was sie zur Ausstattung der Innenwelt brauchen, denn bei "kopflastigem Krams" wird es nicht nur Jason und Elida speiübel.
Süddeutsche Zeitung, 24.03.1999
Die Halbinsel zwischen dem Useriner See und der Krams bildet in einer Größe von 38 ha das Naturschutzgebiet Use-riner Horst.
Erwin Hemke, Neustrelitzer Seengebiet Wesenberg-Mirow-Fürstenberg: Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1979, S. 40
Zitationshilfe
„Kram“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kram>, abgerufen am 18.09.2019.

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