Kragen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kragens · Nominativ Plural: Kragen
Nebenform süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Kragen · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kragens · Nominativ Plural: Krägen
Aussprache
WorttrennungKra-gen
Wortbildung mit ›Kragen‹ als Erstglied: ↗Kragenbär · ↗Kragenecke · ↗Kragengarnitur · ↗Kragenknopf · ↗Kragennummer · ↗Kragenrand · ↗Kragenschoner · ↗Kragenspiegel · ↗Kragenstäbchen · ↗Kragenweite · ↗kragenlos
 ·  mit ›Kragen‹ als Letztglied: ↗Biberkragen · ↗Blusenkragen · ↗Bubikragen · ↗Dreckskragen · ↗Eckenkragen · ↗Einsteckkragen · ↗Ersatzkragen · ↗Fellkragen · ↗Geizkragen · ↗Gewitterkragen · ↗Haifischkragen · ↗Halskragen · ↗Hemdenkragen · ↗Hemdkragen · ↗Hemdskragen · ↗Hermelinkragen · ↗Jackenkragen · ↗Krimmerkragen · ↗Leinenkragen · ↗Mantelkragen · ↗Matrosenkragen · ↗Neidkragen · ↗Nerzkragen · ↗Pagodenkragen · ↗Papierkragen · ↗Pelzkragen · ↗Pikeekragen · ↗Reservekragen · ↗Rockkragen · ↗Rollkragen · ↗Schalkragen · ↗Schillerkragen · ↗Schlauchkragen · ↗Schulterkragen · ↗Schwedenkragen · ↗Spitzenkragen · ↗Stehkragen · ↗Stoffkragen · ↗Stuartkragen · ↗Tuchkragen · ↗Umlegekragen · ↗Umlegkragen · ↗Umschlagskragen · ↗Uniformkragen · ↗Wechselkragen · ↗Zobelkragen · ↗Zusatzkragen
eWDG, 1969

Bedeutung

Teil der Kleidung, der den Hals umschließt und die Schultern mehr oder weniger bedecken kann
Beispiele:
der Kragen des Hemdes, Kleides, Mantels
der Kragen an der Jacke, Bluse
ein enger, weiter, schmutziger, verschwitzter, weißer, steifer, eckiger, runder, gestärkter, bestickter, mit Pelz besetzter Kragen
ein halsferner Kragen
den Kragen annähen, anknöpfen, einknöpfen, bügeln, wechseln, erneuern
er schlug, klappte, stellte den Kragen hoch
wegen der Hitze laufen sie mit offenem Kragen
umgangssprachlich der Hund fasst, kriegt, packt, hat die Katze am, beim Kragen (= Genick)
bildlich
jmdn. am, beim Kragen fassen, nehmen, packen (= jmdn. fest packen)
Beispiel:
ich fasste den Eindringling am Kragen und führte ihn hinaus
jmdn. am, beim Kragen haben (= jmdn. festhalten, gepackt halten)
Beispiel:
der Verbrecher war entflohen, aber bald hatte ihn die Polizei wieder beim Kragen
jmdm. platzt der Kragen (= jmd. verliert vor Ärger die Ruhe)
Beispiele:
man reizte ihn, bis ihm der Kragen platzte
jetzt platzt mir aber der Kragen!
Kopf und Kragen (= das Leben, die Existenz) riskieren, aufs Spiel setzen, verlieren
etw. kostet jmdn. Kopf und Kragen
das Geständnis kann dich Kopf und Kragen kosten
jmdm. geht es an den Kragen, an Kopf und Kragen (= jmdm. geht es ans Leben, an die Existenz)
Beispiel:
wenn du nicht verschwindest, wird es dir an den Kragen gehen
salopp jmdm. an den Kragen fahren (= jmdn. tätlich angreifen)
Beispiel:
plötzlich fuhren sich die Kinder an den Kragen und prügelten sich
umgangssprachlich bei jmdm. geht es um Kopf und Kragen (= jmd. ist in großer Gefahr)
Beispiele:
in dem Prozess geht es (bei ihm) um Kopf und Kragen
du bringst dich, uns, deine Familie durch dein Handeln um Kopf und Kragen
er wird sich noch um Kopf und Kragen reden (= er gefährdet sich durch unvorsichtiges Reden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kragen · Kragstein
Kragen m. ‘den Hals umschließender Teil der Kleidung’, mhd. krage ‘Hals, Kehle, Schlund, Nacken’, dann ‘Bekleidungsstück des Halses’, mnd. krāge, mnl. crāghe, nl. kraag, schwed. krage, vielleicht auch engl. craw ‘Kropf der Vögel’ lassen sich außergerm. vergleichen mit griech. bróchthos (βρόχθος) ‘das Verschlucken, Schluck, Schlund’, air. brāgae ‘Hals, Nacken’, die eine Rückführung auf ie. *gu̯rō̌gh- ermöglichen (s. auch ↗Krug), das als gh-Erweiterung der Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘verschlingen, Schlund’ (wozu auch ↗Köder, s. d.) angesehen werden kann. In der alten Bedeutung ‘Hals, Kehle, Nacken’ begegnet Kragen noch landschaftlich in bezug auf den Hals von Geflügel und in Wendungen, bei denen an die Hinrichtung als juristische Strafe zu denken ist, z. B. es kostet ihn den Kragen (16. Jh.), es geht ihm an den Kragen (17. Jh.), es geht um Kopf und Kragen. An die heute allgemein übliche Bedeutung schließt an ihm platzt der Kragen ‘er gerät in Zorn, schwillt an vor Zorn’. Kragstein m. ‘aus der Mauer vorspringender, als Träger verwendeter Stein, Konsole’ (vgl. Tragstein), mhd. kragstein, eigentlich ‘Halsstein’, auf dem der Kopf eines Balkens oder Eisenträgers ruht.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluse Hemd Jacke Jackett Krawatte Lederjacke Lippenstift Manschette Mantel Oberhemd Revers Schlips Sporthemd Trenchcoat aufgestellt blütenweiß gestärkt hochgeklappt hochgeschlagen hochgeschlossen hochgestellt hochklappen hochschlagen hochstellen nesteln packen platzen steif weiß Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hatte Simon blitzartig begriffen, wollte ihnen wüst schimpfend an den Kragen.
Bild, 07.05.2002
Es funktioniert nicht, es sei denn, man assoziiert sich um Kopf und Kragen.
Der Tagesspiegel, 02.06.2001
Wenn das so weitergeht, holt man mich bald wieder zurück und schnappt mich am Kragen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.07.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die Uniform paßt ihnen - nur der Kragen ist ihnen zu hoch.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 05.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16629
Innerhalb dreier Tage ging es mir da dreimal an den Kragen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18567
Zitationshilfe
„Kragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kragen>, abgerufen am 18.10.2019.

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