Krämer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Krämers · Nominativ Plural: Krämer
Aussprache
WorttrennungKrä-mer
Wortbildung mit ›Krämer‹ als Erstglied: ↗Krämergeist · ↗Krämerin · ↗Krämerladen · ↗Krämerlatein · ↗Krämerseele · ↗krämerhaft · ↗krämerisch
 ·  mit ›Krämer‹ als Letztglied: ↗Ablasskrämer · ↗Aktenkrämer · ↗Fellkrämer · ↗Geheimniskrämer · ↗Gewürzkrämer · ↗Heimlichkeitskrämer · ↗Kleinigkeitskrämer · ↗Kleinkrämer · ↗Salbenkrämer · ↗Umstandskrämer · ↗Wollkrämer · ↗Wortkrämer
 ·  mit ›Krämer‹ als Grundform: ↗Krämerei
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
veraltend Lebensmittelhändler mit kleinem Laden
Beispiele:
bei einem Krämer etw. kaufen
sein Vater war ein kleiner Krämer
sprichwörtlich jeder Krämer lobt seine Ware (= auf Eigenlob darf man nichts geben)
2.
abwertend, übertragen kleinlicher, engstirniger Mensch
Beispiele:
sei kein Krämer!
er ist ein geiziger Krämer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kram · kramen · Kramladen · Krämer
Kram m. ‘(geringwertige) Gegenstände, Zeug, Krempel’, übertragen ‘nicht näher bezeichnete lästige Angelegenheiten’, ein nur im Dt. und Nl. heimisches Wort, das allerdings auf Grund ausgedehnter Handelsbeziehungen hansischer Kaufleute ins Nordgerm., ins Balt. und Slaw. entlehnt wird. Die Herkunft von ahd. krām ‘Kaufmannsbude, Zelt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krām ‘ausgespanntes Tuch, Zeltdecke, Kaufmannsbude, Handelsgeschäft, Kaufmannsware’, mnd. krām ‘Verkaufszelt, Waren, Kleinhandel, Gardine des Wochenbetts, Wochenbett’, mnl. crāme, craem, nl. kraam ist unbekannt. Anzunehmen ist eine Grundbedeutung ‘Zeltdach über einem Verkaufsstand bzw. über dem Wagen eines reisenden Händlers’; doch Anschluß an die s-lose Variante der unter ↗Schirm (s. d.) behandelten ie. Wurzel bleibt unsicher. Vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 173 ff. kramen Vb. ‘herumwühlen’, mhd. krāmen ‘Kramhandel treiben’. Kramladen m. ‘Laden mit Kleinwaren’ (17. Jh.). Krämer m. ‘Lebensmittel-, Kleinwarenhändler’, übertragen ‘kleinlicher, engherziger Mensch’ (wofür auch Krämerseele, um 1800), ahd. krāmāri, krāmeri ‘Kleinhändler, Schankwirt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krāmære, kræmer.

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitzer eines Kramladens · Inhaber eines Tante-Emma-Ladens · ↗Kleinhändler · Krämer  ●  ↗Höker  veraltet · kleiner Krauter  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecke Handwerker Händler Kaufmann Nachrichtenagentur Nation Treuhand-Vorstand Treuhandvorstand westlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krämer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ihren Produktionsmitteln, in denen sie ihre gesellschaftliche Existenz verkörpert sahen, verloren der einfache Warenproduzent, der Krämer und Kleinunternehmer ihr Selbstbewußtsein.
Kursbuch, 1977, Bd. 48
Ich stellte den Krämer noch darüber zur Rede, der machte mir wieder Mut.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8105
Von den ursprünglichen Bauherren, Wirten, Rentnern, Krämern, blieb fast keiner mehr übrig.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 418
Die Glocke des Krämers klapperte lange hinter den Fremden her.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 73
Einmal saß er mit einem Tierarzt, einem Krämer, einem Mechaniker bei einem Schoppen Wein.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 346
Zitationshilfe
„Krämer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Krämer>, abgerufen am 23.08.2019.

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