Kontemplation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kontemplation · Nominativ Plural: Kontemplationen
Aussprache
WorttrennungKon-tem-pla-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Kontemplation‹ als Erstglied: ↗kontemplativ
eWDG, 1969

Bedeutung

in sich gekehrte, keine Tat auslösende Betrachtung, Beschaulichkeit
Beispiel:
daß er restlos seiner sonderbaren Art von Kontemplation lebte [Lernet-HoleniaMaltravers123]
Religion das Sichversenken in die Werke und das Wort Gottes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kontemplation · kontemplativ
Kontemplation f. ‘Betrachtung, Beschaulichkeit (ohne praktisches Handeln)’, spätmhd. contemplācie, contemplacion, entlehnt aus lat. contemplātio (Genitiv contemplātiōnis) ‘Anschauung, Betrachtung’, Abstraktum zu lat. contemplārī ‘beschauen, betrachten’, einer Bildung zu lat. templum in dessen ursprünglicher Bedeutung ‘abgegrenzter Bezirk, Beobachtungsfeld für die Vogelschau’ (s. ↗Tempel). Verbum und Abstraktum müssen also einmal Fachwörter der Auguralsprache gewesen sein. Auf geistiges Schauen bezogen, wird das Substantiv zu einem Begriff in Religion und Mystik und bezeichnet die ‘Versenkung in die Werke Gottes und in die Gottheit selbst’. kontemplativ Adj. ‘betrachtend, beschaulich, untätig’ (18. Jh.), lat. contemplātīvus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kontemplation · Nachdenken · Nachsinnen · ↗Sammlung · ↗Versenkung · geistiges Eintauchen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktion Aktivität Askese Besinnung Betrachter Ekstase Gebet Konzentration Meditation Mystik Neigung Oase Ort Reflexion Ruhe Sphäre Stille Stätte Versenkung bloß fromm lyrisch mystisch philosophisch rein religiös still versinken weltflüchtig ästhetisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kontemplation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir trinken, wir schließen die Augen, wir geben uns der Kontemplation hin.
Die Welt, 26.06.2004
Sie seien aber letztlich in Kontemplation verfallen, während die Kamera von selbst weiter gedreht habe.
Der Tagesspiegel, 28.11.2000
Die Praxis erscheint durchaus als der Theorie der Kontemplation untergeordnet.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 224
Ideen oder Formen, und dieses Anschauen geschieht »interesselos«, ist reine Kontemplation.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1942
Soweit heute noch der Begriff der Kontemplation verwendet wird, ist er meist im Sprachgebrauch der katholischen Kirche zu Hause.
Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8118
Zitationshilfe
„Kontemplation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kontemplation>, abgerufen am 19.04.2019.

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