Konsens, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Konsenses · Nominativ Plural: Konsense
Aussprache
WorttrennungKon-sens (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Konsens‹ als Erstglied: ↗Konsensgespräch · ↗konsensfähig · ↗konsensual · ↗konsensuell
 ·  mit ›Konsens‹ als Letztglied: ↗Minimalkonsens
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend Genehmigung, Einwilligung, Erlaubnis
Beispiele:
etw. nur mit, nicht ohne Konsens des Vorgesetzten tun
der König musste seinen Konsens geben, wenn ein Offizier heiraten wollte
wenn ich mich heute bequeme, meinen gravitätischen Konsens zu Klaras irdischem Glücke ... zu senden [Th. MannBuddenbrooks1,293]
die Niederreißung der ohne kurfürstlichen Konsens erbauten Tagewerkshäuser [BebelFrau148]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Konsens · Dissens
Konsens m. ‘Einwilligung, Zustimmung’. Das seit dem 15. Jh. (vgl. consensbrief ‘Einwilligungsurkunde’, Frankfurt 1411, sowie mnd. consens, consent) bezeugte Substantiv gehört anfangs der Kanzleisprache an, gilt dann besonders für die bei der Obrigkeit einzuholende ‘Erlaubnis zur Eheschließung’. Es ist aus lat. cōnsēnsus ‘Übereinstimmung, Einstimmigkeit’ entlehnt, einer Bildung zu lat. cōnsentīre (cōnsēnsum) ‘übereinstimmen, übereinkommen, einwilligen’ (spätlat. cōnsēnsum esse ‘einverstanden sein’); vgl. lat. sentīre ‘fühlen, empfinden, Einsicht haben, meinen, denken’. Heutiger Gebrauch im Sinne von ‘Übereinstimmung der Meinungen, Einigkeit’ knüpft erneut an das lat. Vorbild an. Dissens m. ‘Meinungsverschiedenheit, Streit’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. lat. dissēnsus m., zu lat. dissentīre ‘verschiedener Meinung sein, im Widerspruch stehen’, lat. sentīre (s. oben) und ↗dis-.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einhelligkeit · ↗Einigkeit · ↗Einklang · ↗Einmütigkeit · ↗Einstimmigkeit · ↗Eintracht · ↗Einvernehmen · ↗Gleichgestimmtheit · ↗Harmonie · ↗Konformismus · ↗Konformität · ↗Konsensus · ↗Zustimmung · ↗Übereinkommen · ↗Übereinstimmung  ●  Konsens  fachspr. · traute Harmonie  geh., ironisch
Assoziationen
Antonyme
  • Konsens  fachspr.
Synonymgruppe
(allgemein) akzeptiert (sein) · ↗(darin) übereinstimmen · (es) herrscht Einigkeit · (sich) (darin) einig (sein) · Konsens (sein) · ↗unbestritten (sein) · ↗unstrittig (sein) · ↗übereinkommen
Antonyme
  • Konsens (sein)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atomausstieg Ausstieg Beteiligter Demokrat Grundwahrheit abzeichnen allgemein antitotalitär aufkündigen außenpolitisch bestehen breit darübergeben energiepolitisch erreicht erzielen erzielt gesamtgesellschaftlich gesellschaftlich herausbilden herbeiführen herrschen herstellen national parteiübergreifend tragfähig weitgehend zerbrechen übergreifend überparteilich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Konsens‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch hier ist der internationale Konsens entscheidend, und Brown hat mehrfach erklärt, wie wichtig ihm dabei die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern ist.
Die Zeit, 14.05.2007, Nr. 20
Er sehe einen möglichen Konsens für einen weiteren Schnitt in der Produktion, sagte er.
Der Tagesspiegel, 17.01.2005
Ich halte den Konsens für eine gute Methode der Politik.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Es hat einen Konsens gegeben, der von allen mitgetragen wurde.
Der Spiegel, 07.09.1992
Sie sehen also, warum es mir so wichtig war, Konsens zu haben.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 395
Zitationshilfe
„Konsens“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Konsens>, abgerufen am 16.06.2019.

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