Kompilation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kompilation · Nominativ Plural: Kompilationen
Aussprache
WorttrennungKom-pi-la-ti-on
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das Kompilieren
Beispiel:
das Buch ist durch raffinierte Kompilation entstanden
2.
Werk, das aus Auszügen, Teilen anderer Werke unschöpferisch zusammengestellt worden ist
Beispiel:
dieses Buch ist eine geschmacklose, unwissenschaftliche Kompilation
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kompilation · kompilieren
Kompilation f. ‘Sammlung, aus anderen Quellen zusammengetragenes, unschöpferisches Werk’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. compīlātio (Genitiv compīlātiōnis) ‘Plünderung’, scherzhaft auch für eine ‘Sammlung von Aktenstücken’, daher auch im Dt. zunächst ‘zusammengestoppeltes Werk’; zu lat. compīlāre ‘ausplündern, berauben, ausbeuten’ (eigentlich ‘zusammenraffen, stehlen’), woraus im 17. Jh. kompilieren Vb. ‘aus anderen Werken zusammenstoppeln’, dann auch abgeschwächt ‘zusammenstellen, -tragen’. Vgl. lat. pīlāre ‘plündern’, wohl aus compīlāre rückgebildet (kaum zu lat. pĭlus ‘Haar’ gehörig).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kollokation · Kompilation · ↗Zusammenstellung
Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Ansammlung (von) · ↗Ballung · ↗Häufung · ↗Sammlung · ↗Zusammenballung · ↗Zusammenstellung  ●  ↗Agglomeration  geh. · ↗Aggregation  geh., bildungssprachlich · ↗Akkumulation  geh., bildungssprachlich · Kompilation  fachspr. · ↗Konglomerat  fachspr. · ↗Konglomeration  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kommentar Quelle Werk bloß geschickt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kompilation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Text stellt eine Kompilation aus zwei anderen arabischen Quellen dar.
Die Zeit, 05.07.2012, Nr. 02
Kompilationen dienen dazu, aus Programmen, deren Zeit abgelaufen ist, noch ein paar Mark rauszuquetschen.
C't, 1999, Nr. 8
Die ganze Schrift kommt uns heute wie eine verworrene Kompilation vor.
Borrel, Eugène: Bourdelot. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 4773
Dieses Buch, das sich so lange gehalten und eine so merkwürdige Laufbahn gehabt hat, ist nun weiter nichts als eine geschickte Kompilation.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 898
In zahlreichen Bearbeitungen, Erweiterungen, Kompilationen und Neudichtungen lebte der höfische Roman fort.
Schröder, W. J.: Mittelalterliche Literatur. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12187
Zitationshilfe
„Kompilation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kompilation>, abgerufen am 27.06.2019.

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