Komödie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Komödie · Nominativ Plural: Komödien
Aussprache
WorttrennungKo-mö-die
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Komödie‹ als Erstglied: ↗Komödienschreiber · ↗Komödienstoff  ·  mit ›Komödie‹ als Letztglied: ↗Affenkomödie · ↗Bauernkomödie · ↗Charakterkomödie · ↗Filmkomödie · ↗Liebeskomödie · ↗Sexkomödie · ↗Teenagerkomödie · ↗Tragikomödie · ↗Verskomödie
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Lustspiel
Beispiele:
eine griechische, französische, satirische Komödie
die Komödien Molières
die Fabel, der Stoff einer Komödie
eine Komödie schreiben, inszenieren, aufführen
im Theater, Fernsehen wird heute eine Komödie gespielt
sich [Dativ] eine Komödie ansehen
spöttisch der Umzug war die reinste Komödie!
Die Komödie der Irrungen [Schlegel-Shakesp.IrrungenTitel]
2.
meist im Singular
(kleines) Theater, in dem vorwiegend Lustspiele aufgeführt werden
Beispiele:
die Komödie bringt in diesem Jahr »Minna von Barnhelm« heraus
in die Komödie gehen
er hat ein Anrecht in der Komödie
3.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen Verstellung, Täuschung
Beispiele:
es war alles nur Komödie!
ich habe die Komödie längst durchschaut
treib die Komödie nicht zu weit!
diese Komödie mache ich nicht länger mit!
Komödie spielenjmdm. etw. vorspiegeln
Beispiele:
ist er wirklich krank, oder spielt er nur Komödie?
Sie wird Komödie spielen müssen vor ihrem Gatten [St. ZweigBalzac256]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Komödie · Komödiant
Komödie f. ‘Lustspiel, Theater, in dem Lustspiele aufgeführt werden, erheiterndes Ereignis’, frühnhd. comedy (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. lat. cōmoedia, griech. kōmōdía (κωμῳδία). Das griech. Substantiv ist wohl Ableitung von griech. kōmōdós (κωμῳδός) ‘komischer Schauspieler’, auch ‘Lustspieldichter’, eigentlich ‘wer am Dionysosfest Spottlieder vorträgt’, einer Zusammensetzung aus griech. kṓmos (κῶμος) ‘Gelage, Umzug, Festgesang’ und ōdós (ᾠδός) ‘Sänger’, denn die griechische Komödie geht aus den ausgelassenen Umzügen und Gesängen zu Ehren des Weingottes Dionysos hervor. Im Dt. werden zunächst (15. Jh.) diese klassischen, dann (16. Jh.) auch die deutschen Lustspiele Komödien genannt; im 17./18. Jh. versteht man (unter Einfluß von frz. comédie) vielfach jedes Theaterstück sowie das Theater überhaupt darunter. Übertragener Gebrauch ist seit dem 17. Jh. bezeugt. Komödiant m. ‘Schauspieler’, übertragen ‘Heuchler’; die dem ital. commediante entlehnte Bildung wird durch englische Schauspieltruppen bekannt (englische Comedianten 1592; vgl. das im 16./17. Jh. gebräuchliche engl. comediant neben üblicherem und bis heute gültigem comedian), entwickelt sich zur Bezeichnung des Berufsschauspielers und löst älteres Komedispieler ab. Im 18. Jh. wird Komödiant zunehmend pejorativ verwendet und von ↗Akteur, dann ↗Schauspieler (s. d.) abgelöst. Heute nur geringschätzig (nicht aber im Berufsjargon) und übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Komödie · ↗Lustspiel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Culture-Clash-Comedy · Culture-Clash-Komödie · Kulturschock-Komödie  ●  Fish-out-of-water-Komödie  fachspr.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drama Dunkeln Eitelkeit Hof Irrung Krimi Kurfürstendamm Melodram Musical Thriller Tragödie Uraufführung Verführung Winterhuder amüsant attisch aufführen gleichnamig göttlich inszenieren melancholisch menschlich musikalisch rabenschwarz romantisch satirisch schräg schwarz tragisch turbulent

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Komödie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn mir jemand die Chance gegeben hätte, hätte ich lustig in einer Komödie sein können.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.2003
Diesmal ist es eine ländliche Komödie im Stile der tschechischen Sechziger Jahre.
Der Tagesspiegel, 05.11.2002
Jene aber hatte gehofft, gerade jetzt die lästige Komödie zu enden.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 935
Diese Komödie ist ewig, nur daß sie nicht immer gleich in der Zeit, in der das Stück spielt, durchschaut wird!
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2817
Das Gewicht, welches man auf diese Dinge legte, läßt die Komödie überall erkennen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11686
Zitationshilfe
„Komödie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Komödie>, abgerufen am 25.04.2019.

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