Kolleg, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kollegs · Nominativ Plural: Kollegs/Kollegien
WorttrennungKol-leg
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Kolleg‹ als Erstglied: ↗Kolleggeld · ↗Kollegheft · ↗Kollegmappe
 ·  mit ›Kolleg‹ als Letztglied: ↗Berufskolleg · ↗Funkkolleg · ↗Graduiertenkolleg · ↗Promotionskolleg · ↗Studienkolleg · ↗Telekolleg · ↗Wissenschaftskolleg
eWDG, 1969

Bedeutung

Vorlesung an einer Hochschule
Beispiele:
das Kolleg über Schiller fällt heute aus, findet in einem anderen Hörsaal statt
ein Kolleg über etw., jmdn. halten, lesen, hören, besuchen, durcharbeiten, belegen
botanische, juristische Kollegien
er machte sich [Dativ] im Kolleg Notizen, schrieb das Kolleg mit
Studentensprache Kollegs schinden (= Vorlesungen ohne Bezahlung der Gebühren besuchen)
Du tätest auch besser daran, mehr in den Kollegs aufzupassen [TucholskyRheinsberg35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kollege · kollegial · Kollegium · Kolleg
Kollege m. ‘an der gleichen Arbeitsstelle in gleicher oder ähnlicher Funktion Tätiger, Fach-, Berufsgenosse’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. collēga m. ‘Amts-, Standesgenosse’, wahrscheinlich zu lat. collēgium (s. unten) gebildet. In der Anrede gilt die lat. Form Collega in bestimmten Fachkreisen bis heute. kollegial Adj. ‘kameradschaftlich, hilfsbereit’, zunächst (17. Jh.) als erstes Glied in Zusammensetzungen, in adjektivischer Funktion kollegialisch (17. Jh.), lat. collēgiālis. Kollegium n. ‘Gruppe von Personen mit gleichartiger Stellung und Tätigkeit’ (besonders der Lehrkörper einer Schule), ‘regelmäßig zusammenkommender Personenkreis, Zusammenkunft’ (17. Jh.), lat. collēgium ‘Amtsgenossenschaft, -gemeinschaft, Korporation, Verein’, ursprünglich wohl ‘durch Gesetz gebildete Vereinigung’, zu lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz’. Auch ‘Hörsaal, Behörde, Versammlung’ (16. Jh., Paracelsus), im 17. Jh. ‘Zusammenkunft von Studenten zu Übungszwecken’, die bald von einem Privatdozenten geleitet wird und sich zur ‘Vorlesung’ entwickelt. Daher zunächst häufig Privatkollegium (17. Jh.), nach nlat. (Plur.) privata collegia (16. Jh., im Gegensatz zur lectio publica, der ‘öffentlichen Vorlesung’ der ordentlichen Professoren). Daraus eingedeutscht Kolleg n. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abendschule · Kolleg · ↗VHS · ↗Volkshochschule
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendgymnasium Abendrealschule Abendschule Abitur Fellow Gegenwartsphilosophie Gesamtschule Gründung Gymnasium Hörer Jesuit Kardinal Nietzsche-Forschung Propaganda Rektor Seminar Stipendiat Studiengang Tagung Weiterbildung gegründet geisteswissenschaftlich heilig historisch interdisziplinär medizinisch philosophisch propädeutisch päpstlich römisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kolleg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So offen wie der Titel des Kollegs klingt, so offen sind seine Inhalte.
Der Tagesspiegel, 28.09.1998
Weiter pflegen die Jesuiten in ihrem Kolleg die griechische Sprache.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1996
Auch in das französische Kolleg müßte ich mich erst wieder hineinfinden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1934. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1934], S. 152
Statt der hellen Blonden zu schreiben, ist es ein Kolleg geworden.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 17.08.1918. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 15914
Beide waren nach dem Kolleg bei mir, brachten mich dann zur Bahn.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1948. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1948], S. 983
Zitationshilfe
„Kolleg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kolleg>, abgerufen am 25.06.2019.

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