Kokotte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kokotte · Nominativ Plural: Kokotten
Aussprache
WorttrennungKo-kot-te
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend Dame, die zur Halbwelt gehört
Beispiele:
sie ist eine Kokotte
Soupers, bei denen die vornehmsten Pariser Kokotten ... mit ihren Reizen und Künsten nicht geizen [St. ZweigBalzac354]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kokett · Kokette · Koketterie · kokettieren · Kokotte
kokett Adj. ‘gefallsüchtig’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. coquet, fem. coquette, das zu frz. coq ‘Hahn’ gebildet ist, also eigentlich ‘hahnenhaft, eitel wie ein Hahn’ bedeutet (s. auch ↗Kokarde). Früher (Anfang 17. Jh.) ist das entsprechende Substantiv Kokette f. ‘gefallsüchtige Frau’ bezeugt, frz. coquette. Weitere Entlehnungen (18. Jh.) sind Koketterie f. frz. coquetterie, und kokettieren Vb. frz. coqueter. Ebenfalls zu frz. coq ‘Hahn’ gehört die deminutive Ableitung frz. cocotte ‘Huhn, Hühnchen’, dann ‘artiges, galantes junges Mädchen’; auf dessen abschätzigem Gebrauch ‘gefallsüchtiges, leichtfertiges Mädchen’ beruht die Entlehnung Kokotte f. ‘(elegante) Dirne, Halbweltdame’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · ↗Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

alternd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kokotte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie die Kokotten, die ich malte, ist man jetzt selbst.
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2002
Drei Kokotten auf der rechten Seite der Bank, die bisher miteinander getuschelt haben, lachen laut auf.
Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11065
Und wie muß doch so manche geborene Kokotte im seichten Gewässer ehelicher Niederungen verkümmern.
Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 350
Gleichzeitig entsteht, bei Füssli und Goya, die mondäne Kokotte, das käufliche Straßenmädchen.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 213
Dass Kirchner zwei Kokotten ins Zentrum von Platz und Bild gestellt hat, dürfte kein abwegiger Einfall gewesen sein.
Die Welt, 28.04.2001
Zitationshilfe
„Kokotte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kokotte>, abgerufen am 25.05.2019.

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