Kokolores, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kokolores · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKo-ko-lo-res
HerkunftHerkunft unsicher
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
salopp keinen Kokolores machenkeine Umstände machen
Beispiel:
mach nicht so viel Kokolores wegen meines Besuches
2.
Geschwätz, Unsinn
Beispiel:
was er erzählte, war alles großer Kokolores
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kokolores m. ‘lautes, aber dummes Gerede, wichtigtuerisches, aber bedeutungsloses Gehabe, Unsinn, Klamauk’, ein Ausdruck für nicht ernst zu Nehmendes. Zunächst ein Wort der Mundarten und der Umgangssprache (pfälz. hess. Kokelores, berlin. Kokolores, obsächs. schles. Kokulores), in neuerer Zeit auf Grund seiner halb gelehrt, halb spaßhaft klingenden Lautgestalt in die Literatursprache aufgenommen (20. Jh.). Wahrscheinlich ist der Ausdruck entstanden aus einer Nachahmung des Hahnenschreis, wie guck guck curith (Ende 16. Jh.), kuckelöres (Aachen), gockelorum (schwäb.), frz. (älter) coquelico. In der Weiterentwicklung zum Substantiv wird in westd. Mundarten Kockelores, -lures ein Name für den ‘Hahn’, dieser in übertragenem Gebrauch gedeutet als eitle und nichtssagende Äußerung im oben genannten Sinne; dazu schwäb. (latinisierend?) Gockelarus ‘Narr’ (Ende 15. Jh.), bad. Gockelore ‘Dummkopf’. S. auch die unter ↗Gockel und ↗kikeriki genannten Formen und vgl. G. Müller http://www.muellers-lesezelt.de/.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem ist zu viel Zeit nicht nur positiv, da entsteht auch viel Kokolores.
Die Zeit, 13.08.2013, Nr. 33
Nehmt uns nicht den Sport weg für so einen Kokolores.
Der Tagesspiegel, 01.08.2003
Es gibt heute quer durch das Fernsehen eine Sucht nach Kokolores.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.1999
Ich hielt auch die Bilder für gestellt und alles für Kokolores.
konkret, 1984
Der Mann, den sie Kaiser nennen, mag noch so viel Kokolores reden - sein Fußballvolk liebt ihn trotzdem.
Die Welt, 21.01.2005
Zitationshilfe
„Kokolores“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kokolores>, abgerufen am 14.10.2019.

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