Kobold, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kobold(e)s · Nominativ Plural: Kobolde
Aussprache
WorttrennungKo-bold
Wortbildung mit ›Kobold‹ als Erstglied: ↗koboldhaft  ·  mit ›Kobold‹ als Letztglied: ↗Bergkobold · ↗Hauskobold · ↗Schiffskobold · ↗Waldkobold · ↗Wasserkobold
eWDG, 1969

Bedeutung

zwergenhafter, harmlos-neckischer, zu Streichen aufgelegter Geist des Volksaberglaubens, der aber auch tückisch-schadenfroh sein kann, wenn er erzürnt wird
Beispiele:
hier muss ein Kobold seine Hand im Spiel haben
in diesem Haus sollen Kobolde ihr Wesen treiben
er lachte, kicherte wie ein Kobold
übertragen
Beispiel:
der Junge ist ein kleiner Kobold (= ein unruhiger und listiger kleiner Bursche)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kobold m. ‘übermütiger Hausgeist, Wichtel’, mhd. kobolt (mit Betonung auf der ersten oder der zweiten Silbe) bezeichnet einen übermütigen, teils freundlichen, teils heimtückischen Hausgeist. Es handelt sich offenbar um ein Kompositum, dessen erster Bestandteil in der Bedeutung ‘Hütte, Haus, Gemach’ zu dem unter ↗Koben (s. d.) behandelten Wort gehört, während der zweite Teil entweder (wie bei Unhold) zu ↗hold (s. d.) oder zu ↗walten (s. d.) gebildet ist, so daß Kobold eigentlich als ‘Hausgeist’ oder ‘Hauswalter, Haushüter’ zu verstehen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gnom · Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kobold  ●  Blue Jet  engl.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Däumling · ↗Gnom · ↗Heinzelmännchen · Kobold · ↗Wicht · ↗Wichtel · ↗Wichtelmann · ↗Wichtelmännchen · ↗Winzling · ↗Zwerg
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Buschemann · ↗Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · ↗Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
  • Kleinwüchsiger · ↗Pygmäe · ↗Zwergmensch  ●  ↗Liliputaner  derb
  • Gnom · Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
  • kleinwüchsiger Mensch  ●  ↗Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dämon Elf Elfe Erdgeist Fee Geist Gespenst Gnome Hexe Maus Nixe Ritter Troll Zauberer Zwerg bevölkern boshaft bös frech fröhlich grün hüpfen kichern klein lustig rothaarig springen tanzen tummeln wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kobold‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Springen da nicht Kobolde im aufsteigenden Nebel durch das niedrige Rohr?
Der Tagesspiegel, 10.09.1999
Den gefährlichen Kobolden ist der Benutzer allerdings nicht schutzlos ausgeliefert.
C't, 1996, Nr. 5
Sie war vom Weinen bereits so blasig und rot wie ein Kobold.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 52
Mit zerbrochenen Lungenflügeln hüpft er aus der Hand eines Kobolds.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5143
Dann würden alle Nachbarn, als Geister und Kobolde verkleidet, über ihn herfallen.
Fath, Rolf: Werke - L. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22273
Zitationshilfe
„Kobold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kobold>, abgerufen am 15.10.2019.

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