Knacks, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knackses · Nominativ Plural: Knackse · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Knacks‹ als Letztglied: ↗Herzknacks
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
knackendes Geräusch
Beispiele:
es gab einen (leisen) Knacks, als das Glas sprang
der Uhrzeiger springt mit einem hörbaren Knacks von Minute zu Minute
2.
umgangssprachlich Sprung, Riss
Beispiel:
die Tasse, das Glas hat einen Knacks bekommen
übertragen
Beispiel:
die Freundschaft, Ehe hat einen Knacks bekommen
(leichterer) gesundheitlicher Schaden
Beispiele:
ein körperlicher, seelischer, geistiger Knacks
jmd. hat (durch zuviel Arbeit, Aufregungen) einen Knacks bekommen
damals habe ich mir meinen Knacks geholt
seine Gesundheit hat einen Knacks davongetragen
du hast einen (kleinen) Knacks im Kopf
Manchmal meine ich doch, daß der Krieg dir einen Knacks gegeben hat [BöllWort176]
Du hast einen Knacks, Engelbert. Du bist völlig verrückt geworden [SchallückReineke84]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

knacken · Knack · Knacker · Knackwurst · Knacks · knacksen · verknacksen
knacken Vb. ‘einen kurzen, harten, hellen Laut von sich geben, mit einem kurzen, harten, hellen Laut knallen, auf-, zerbrechen, zerquetschen, gewaltsam öffnen’, frühnhd. knacken ‘krachen, einen Sprung, Riß bekommen’ (15. Jh.), mnd. knāken, knacken ‘krachen’, mnl. cnāken, cnacken, nl. knacken ‘knicken, brechen, krachen’, schwed. knaka ‘krachen’, engl. (mundartlich) to knack ‘krachen, brechen’ bilden mit ablautenden mhd. (niederrhein.) knochen ‘pressen, drücken’, aengl. cnocian ‘schlagen, stoßen’, engl. to knock ‘klopfen, schlagen, stoßen’, anord. knoka ‘schlagen, prügeln’ eine nur im Germ. vorkommende Gruppe von Lautnachahmungen. Knack m. ‘kurzer krachender Laut, Riß, Sprung’ (17. Jh.; md. gnacke, 15. Jh.) ist entweder Rückbildung aus dem Verb oder Substantivierung der lautnachahmenden Interjektion knack. Knacker m. ‘knackendes Geräusch’ (17. Jh.), heute vor allem ‘komischer, (auch) geiziger alter Mann’ (um 1900), oft als Schelte oder spöttisch (da man die Gelenke knacken hört) alter Knacker; ferner (im Anschluß an knacken ‘geräuschvoll aufbrechen’) ‘Nußknacker’ (1700) sowie ‘Einbrecher’ (19. Jh.), vgl. Geldschrankknacker (20. Jh.), landschaftlich (auch f.) ‘Knackwurst’. Knackwurst f. angeräucherte Wurst aus gehacktem Fleisch mit Fettstückchen und dünner, spröder Schale (16. Jh.), nach dem knackenden Geräusch, das beim Hineinbeißen entsteht. Knacks m. ‘knackendes Geräusch, Knack, Sprung, Riß, gesundheitlicher Schaden’ (18. Jh.), verstärkende Bildung zu gleichbed. Knack (s. oben), wie knacksen Vb. (19. Jh.), Intensivum zu knacken (falls nicht von Knacks abgeleitet). verknacksen Vb. in Wendungen wie sich den Fuß, die Hand verknacksen ‘verstauchen’, oft mit knackendem Geräusch der Knochen oder Sehnen (um 1900). Anderer Herkunft ist ↗verknacken ‘verurteilen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Riss · ↗Spalt · ↗Sprung  ●  Knacks  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Beeinträchtigung · ↗Beschädigung · ↗Defekt · Knacks · Läsur · ↗Makel · ↗Riss · ↗Schaden · ↗Sprung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abbekommen befürchten bekommen empfindlich endgültig entscheidend erheblich erleiden gewaltig klein kriegen leise mental moralisch psychisch psychologisch seelisch verpassen versetzen verursachen wegbekommen weghaben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knacks‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht kam der Knacks gar nicht mal in diesem Spiel.
Bild, 02.04.2002
Bislang war es gut, aber jetzt hat es einen deutlichen Knacks bekommen.
Der Tagesspiegel, 18.03.2001
Aber ich hätte einen Knacks weg, den ich nie verwinden könnte.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 19.08.1923. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 16015
Sie machte um halb acht Uhr nur einen kleinen, heiseren Knacks, und das war alles.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 163
Doch plötzlich verging mir das Lachen - ein dumpfer Knacks - und ich hing schon wieder bis zu den Armen im Wasser.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18246
Zitationshilfe
„Knacks“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Knacks>, abgerufen am 22.10.2019.

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