Knüppel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knüppels · Nominativ Plural: Knüppel
Aussprache
WorttrennungKnüp-pel
Wortbildung mit ›Knüppel‹ als Erstglied: ↗Knüppeldamm · ↗Knüppelhieb · ↗Knüppelholz · ↗Knüppelpflaster · ↗Knüppelschaltung · ↗Knüppelweg · ↗knüppeldick · ↗knüppeldickevoll · ↗knüppelvoll
 ·  mit ›Knüppel‹ als Letztglied: ↗Birkenknüppel · ↗Eichenknüppel · ↗Gummiknüppel · ↗Milchknüppel · ↗Polizeiknüppel · ↗Schaltknüppel · ↗Steuerknüppel
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
derber, dicker Stock
Beispiele:
ein schwerer, dicker Knüppel
jmdn. mit einem Knüppel niederschlagen
er ging mit einem Knüppel auf ihn los
der Hund apportiert einen Knüppel
ein mit Knüppeln befestigter Weg durch das Moor
saloppda möchte man doch gleich, am liebsten den Knüppel nehmen! (= dazwischenschlagen!)
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdm. einen Knüppel zwischen die Beine werfen (= gegen jmdn. intrigieren, jmdm. Schwierigkeiten machen)
da liegt der Knüppel beim Hund (= unangenehme Folgen sind unausbleiblich)
auf eine bestimmte Länge geschnittenes, etwa armdickes Rundholz
Beispiel:
Ja. Holz [ist jmdm. gestohlen]. Zwei Meter kieferne Knüppel [G. Hauptm.BiberpelzII]
2.
Dinge, die einem Knüppel äußerlich ähnlich sind
a)
Steuerknüppel des Flugzeugs
Beispiele:
sich an den Knüppel einer Maschine setzen
das Flugzeug reagierte auf den Druck des Knüppels
b)
landschaftlich Brötchen in länglicher Form
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knüppel · zusammenknüppeln · Knüppeldamm
Knüppel m. ‘kurzer dicker Stock, Steuer-, Gangschalthebel, Art Brötchen (nach seiner kurzen massiven Gestalt)’. Frühnhd. (omd.) knuppel (15. Jh.), mnd. knüppel ‘Prügel, Knüttel’ (vgl. auch nl. knuppel) setzt sich gegen frühnhd. (obd.) knüpfel ‘Knüttel, Knorren, Geschwulst’ (15. Jh.), das in obd. Mundarten noch heute gilt, in der Literatursprache durch. Beide Formen sind nach dem Muster der Gerätenamen auf germ. -ila- zu dem unter ↗Knopf (s. d.) behandelten Substantiv gebildet, wohl zu dessen alter Bedeutung ‘Knorren, Auswuchs’, so daß Knüppel eigentlich als ‘knorriger Stock’ zu verstehen ist. nieder-, zusammenknüppeln Vb. (20. Jh.), zu (heute seltenem) knüppeln ‘prügeln, schlagen’ (18. Jh.), vgl. mnd. knüppelen. Knüppeldamm m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Keule · Knüppel · ↗Prügel · ↗Schläger
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Baseballschläger  ●  Baseballkeule  ugs.
  • Softballschläger  ●  Softballkeule  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Baseballschläger Bein Eisenstange Faust Gewehrkolben Goldesel Gummigeschoß Helm Keule Machete Messer Peitsche Reizgas Sack Schlagring Schutzschild Totschläger Tränengas Wasserwerfer auseinandertreiben bewaffnen dick eindreschen einprügeln einschlagen erschlagen rausholen schwingen totschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knüppel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als diese nicht reagierte, bedrohte er sie mit einem Knüppel.
Die Welt, 29.03.1999
Man wirft nach ihm mit Steinen, schlägt ihn mit Knüppeln.
Röhrich, Lutz: Sündenbock. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21191
Wenn er redet und nach Argumenten sucht, greift er nicht gleich zum Knüppel.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 171
Sie schlagen mir mit dem Knüppel auf Hände und Arme.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 76
Der lange Blonde warf seinen Knüppel weg und näherte sich.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 361
Zitationshilfe
„Knüppel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Knüppel>, abgerufen am 14.11.2019.

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