Kluft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kluft · Nominativ Plural: Klüfte
Aussprache
Wortbildung mit ›Kluft‹ als Erstglied: ↗kluftig · ↗klüftig  ·  mit ›Kluft‹ als Letztglied: ↗Felsenkluft · ↗Felskluft · ↗Gesteinskluft · ↗Randkluft · ↗Steinkluft
 ·  mit ›Kluft‹ als Grundform: ↗geklüftet
eWDG, 1969

Bedeutung

Erdspalte oder Felsenspalte, Riss im Gestein
Beispiele:
die Bergsteiger mussten eine Kluft überspringen
der Felsen war von steilen Klüften zerfurcht
eine gähnende Kluft (= Abgrund) tat sich vor ihm auf
übertragen unüberbrückbarer Gegensatz
Beispiele:
beide trennte eine tiefe Kluft seit ihrem Zerwürfnis
eine abgrundtiefe Kluft bestand zwischen ihren Weltanschauungen
die Kluft zwischen Schein und Wirklichkeit
Ich bin es wohl, der sich inzwischen geändert hat. Zwischen heute und damals liegt eine Kluft [RemarqueIm Westen170]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kluft1 · Kluppe · zerklüftet
Kluft1 f. ‘enger Gebirgseinschnitt, Schlucht, Fels-, Gletscherspalte’, übertragen ‘unüberbrückbarer Gegensatz, scharfe Trennung’, ahd. kluft ‘Zange, (Licht)schere’ (9. Jh.), mhd. kluft ‘Spalte, Felsenhöhle, Gruft, abgespaltenes Stück’, mnd. kluft, klucht ‘Spalte, Riß, Sprung, gespaltenes Holzstück, (Feuer)zange’, mnl. cluft, clucht ‘Gespaltenes, Abteilung’ ist schwundstufig mit ti-Suffix gebildetes Verbalabstraktum (germ. *klufti-) im Sinne von ‘Spaltung’ zu dem unter ↗klieben ‘spalten’ (s. d.) behandelten Verb. Die für das Ahd. bezeugte Bedeutung ‘Zange, Schere’ ist ursprünglich ein ‘gespaltenes Stück Holz mit beweglichen Armen zum Festhalten, Einklemmen’, vgl. noch westfäl. Kluft ‘Herd-, Feuerzange’. Auf derselben Vorstellung beruht die verwandte fachsprachliche Bezeichnung Kluppe f. ‘Werkzeug zum Einspannen von Werkstücken’, ahd. klubba (11. Jh.), mhd. kluppe ‘abgespaltenes Stück’, frühnhd. ‘Zwangholz, Zange’. zerklüftet Part.adj. ‘von Rissen, Spalten durchzogen’ (18. Jh.), zu ungebräuchlichem zerklüften.

Kluft2 f. ‘uniformartige, eine Gruppe kennzeichnende Kleidung’. Rotw. Klabot (15. Jh.), Claffot (16. Jh.), Klofft, Klifft, Kluft (17. Jh.) ‘Kleid, Anzug’ gelangt Ende des 18. Jhs. über die Studentensprache (Klüftchen) und Soldatensprache ins Hd. Der Ausdruck stammt vielleicht aus hebr. ḥalīfā ‘Kleid’. Oder ist eher von hebr. qālaf ‘schälen’, qelīfā ‘Schale’ (vgl. rotw. Schale ‘Anzug’) auszugehen?

Thesaurus

Synonymgruppe
Kluft · ↗Riss · ↗Spalte
Synonymgruppe
Bekleidung · ↗Garderobe · ↗Gewand · Kleider · ↗Kleidung · Kluft · ↗Mode · ↗Outfit · ↗Textilie(n)  ●  ↗Anziehsachen  ugs. · ↗Gewandung  geh. · Klamotten  ugs. · ↗Kledage  ugs., salopp, regional · ↗Konfektion  geh. · ↗Plünnen  ugs., norddeutsch · Sachen  ugs. · ↗Zeug  ugs.
Oberbegriffe
  • Textilien · ↗Textilware  ●  Wirkwaren  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dienstanzug · ↗Dienstbekleidung · ↗Dienstkleidung · ↗Einheitskleidung · Kluft · ↗Livree · ↗Montur · ↗Uniform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(soziale) Ungleichheit · Einkommensunterschiede · Kluft  ●  Schere zwischen Arm und Reich  floskelhaft
Synonymgruppe
Abstand  fig. · ↗Graben  fig. · Kluft  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspruch Arm Arme Entwicklungsländer Ost Realität Reich Reiche Spalte Wirklichkeit aufreißen auftun digital klaffen tief transatlantisch unüberbrückbar unüberwindbar unüberwindlich verbreitern vergrößern verkleinern verringern vertiefen wachsend werdend Überbrückung Überwindung überbrücken überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kluft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fünf Klüfte lassen sich dort für die Zeit um 1750 nachweisen.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Und eine noch tiefere Kluft tut sich in Köln in diesen Tagen exemplarisch auf.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.1998
Nun tut sich da eine gedanklich schwer überbrückbare Kluft auf.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 44
In Rom gab es für entschiedene Männer keinen Weg an dieser Kluft vorbei.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1367
Die Kluft zwischen Ost und West scheint immer größer zu werden.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 201
Zitationshilfe
„Kluft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kluft#1>, abgerufen am 22.05.2019.

Weitere Informationen …

Kluft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kluft · Nominativ Plural: Kluften · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Kluft‹ als Letztglied: ↗Arbeitskluft · ↗Frontkluft · ↗Sonntagskluft · ↗Stadtkluft · ↗Sträflingskluft
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich Kleidung für den Dienst, Sport, Anzug, Uniform
Beispiele:
er zieht seine Kluft zum Segeln an
du musst dich in deine gute Kluft werfen (= deinen besten Anzug anziehen)
er trägt noch die alte Kluft aus dem Krieg (= die alte Uniform)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kluft1 · Kluppe · zerklüftet
Kluft1 f. ‘enger Gebirgseinschnitt, Schlucht, Fels-, Gletscherspalte’, übertragen ‘unüberbrückbarer Gegensatz, scharfe Trennung’, ahd. kluft ‘Zange, (Licht)schere’ (9. Jh.), mhd. kluft ‘Spalte, Felsenhöhle, Gruft, abgespaltenes Stück’, mnd. kluft, klucht ‘Spalte, Riß, Sprung, gespaltenes Holzstück, (Feuer)zange’, mnl. cluft, clucht ‘Gespaltenes, Abteilung’ ist schwundstufig mit ti-Suffix gebildetes Verbalabstraktum (germ. *klufti-) im Sinne von ‘Spaltung’ zu dem unter ↗klieben ‘spalten’ (s. d.) behandelten Verb. Die für das Ahd. bezeugte Bedeutung ‘Zange, Schere’ ist ursprünglich ein ‘gespaltenes Stück Holz mit beweglichen Armen zum Festhalten, Einklemmen’, vgl. noch westfäl. Kluft ‘Herd-, Feuerzange’. Auf derselben Vorstellung beruht die verwandte fachsprachliche Bezeichnung Kluppe f. ‘Werkzeug zum Einspannen von Werkstücken’, ahd. klubba (11. Jh.), mhd. kluppe ‘abgespaltenes Stück’, frühnhd. ‘Zwangholz, Zange’. zerklüftet Part.adj. ‘von Rissen, Spalten durchzogen’ (18. Jh.), zu ungebräuchlichem zerklüften.

Kluft2 f. ‘uniformartige, eine Gruppe kennzeichnende Kleidung’. Rotw. Klabot (15. Jh.), Claffot (16. Jh.), Klofft, Klifft, Kluft (17. Jh.) ‘Kleid, Anzug’ gelangt Ende des 18. Jhs. über die Studentensprache (Klüftchen) und Soldatensprache ins Hd. Der Ausdruck stammt vielleicht aus hebr. ḥalīfā ‘Kleid’. Oder ist eher von hebr. qālaf ‘schälen’, qelīfā ‘Schale’ (vgl. rotw. Schale ‘Anzug’) auszugehen?

Thesaurus

Synonymgruppe
Kluft · ↗Riss · ↗Spalte
Synonymgruppe
Bekleidung · ↗Garderobe · ↗Gewand · Kleider · ↗Kleidung · Kluft · ↗Mode · ↗Outfit · ↗Textilie(n)  ●  ↗Anziehsachen  ugs. · ↗Gewandung  geh. · Klamotten  ugs. · ↗Kledage  ugs., salopp, regional · ↗Konfektion  geh. · ↗Plünnen  ugs., norddeutsch · Sachen  ugs. · ↗Zeug  ugs.
Oberbegriffe
  • Textilien · ↗Textilware  ●  Wirkwaren  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dienstanzug · ↗Dienstbekleidung · ↗Dienstkleidung · ↗Einheitskleidung · Kluft · ↗Livree · ↗Montur · ↗Uniform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(soziale) Ungleichheit · Einkommensunterschiede · Kluft  ●  Schere zwischen Arm und Reich  floskelhaft
Synonymgruppe
Abstand  fig. · ↗Graben  fig. · Kluft  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspruch Arm Arme Entwicklungsländer Ost Realität Reich Reiche Spalte Wirklichkeit aufreißen auftun digital klaffen tief transatlantisch unüberbrückbar unüberwindbar unüberwindlich verbreitern vergrößern verkleinern verringern vertiefen wachsend werdend Überbrückung Überwindung überbrücken überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kluft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fünf Klüfte lassen sich dort für die Zeit um 1750 nachweisen.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Und eine noch tiefere Kluft tut sich in Köln in diesen Tagen exemplarisch auf.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.1998
Nun tut sich da eine gedanklich schwer überbrückbare Kluft auf.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 44
In Rom gab es für entschiedene Männer keinen Weg an dieser Kluft vorbei.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1367
Die Kluft zwischen Ost und West scheint immer größer zu werden.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 201
Zitationshilfe
„Kluft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kluft#2>, abgerufen am 22.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Klubzwang
Klubweste
Klubszene
Klubsessel
Klubraum
klüftig
Klüftung
klug
Klügelei
klügeln