Kliniker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klinikers · Nominativ Plural: Kliniker
Aussprache
WorttrennungKli-ni-ker
HerkunftGriechisch
WortzerlegungKlinik-er
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
an einer Klinik tätiger Arzt und Lehrer
Beispiele:
ein erfahrener, berühmter Kliniker
der Kliniker sprach zu seinen Assistenten
2.
in der klinischen Ausbildung stehender Medizinstudent nach dem Physikum
Beispiel:
unter Anleitung des Arztes führte der junge Kliniker eine Operation durch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klinik · klinisch · Kliniker · Klinikum
Klinik f. ‘Krankenhaus’, zugleich ‘medizinische Unterrichts- und Ausbildungsstätte’, zunächst (Clinik, um 1800) ‘ausübende Heilkunde’, Mitte des 19. Jhs. (unter Einfluß von frz. clinique) ‘Anstalt für den Unterricht in der Heilkunde’, eigentlich ‘Anstalt für den Unterricht am Krankenbett’. Zugrunde liegt lat. clīnicē bzw. griech. klīnikḗ (téchnē) (κλινικὴ τέχνη) ‘Heilkunst für bettlägerige Kranke’, zu klī́nē (κλίνη) ‘Lager, Bett’, einer Ableitung von dem mit ↗lehnen (s. d.) verwandten Verb griech. klī́nein (κλίνειν) ‘(sich) neigen, (an)lehnen, niederlegen, beugen’ (wozu auch ↗Klima, ↗Klimakterium, ↗Klimax, s. d.). Andere Bezeichnungen für medizinische Heil- und Lehranstalten sind clinisches Institut (Campe 1801) und Klinikum (s. unten, in der genannten Bedeutung seit 1830). klinisch Adj. ‘die Klinik, die Behandlung bettlägeriger Kranker betreffend’ (Ende 18. Jh.). Kliniker m. ‘Lehrer und Forscher an einer Universitätsklinik, an einer Klinik tätiger Arzt, in der klinischen Ausbildung stehender Medizinstudent nach dem Physikum’ (2. Hälfte 18. Jh.), lat. clīnicus, griech. klīnikós (κλινικός) ‘bettlägerig Kranke besuchender Arzt, bettlägerig’. Klinikum n. ‘die Kliniken einer Universität, Hauptteil der praktischen ärztlichen Ausbildung im Krankenhaus’, zuerst ‘Vorlesung über Heilkunde’ (Campe 1813).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anatom Arzt Forscher Grundlagenforscher Pharmakologe Wissenschaftler berühmt erfahren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kliniker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Betreiben die Kliniker - vorgeblich im Sinne der Patienten - dilettantische Forschung?
Die Zeit, 16.07.2001, Nr. 29
Der Artikel war gut, das ist unbestritten, aber bedauerlich finde ich, daß nur Kliniker zu Wort gekommen sind.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.1994
Auch als Kliniker baute er viel auf die Natur und ihre Kräfte (sie »sind unsere stärksten Mittel gegen Schwachheit und Krankheit.
Vasold, Manfred: Medizin. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 962
Als Mitglieder gehörten ihr an die meisten Kliniker, dann der Hygieniker und der Chemiker der Universität.
Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12288
Die Ergebnisse von Tausenden ihrer Obduktionen - noch war der Kliniker zugleich pathologischer Anatom - bildeten die Grundlage für eine Systematik der Krankheiten.
Bargmann, Wolfgang: Neue Wissenschaft - Der Weg der Medizin seit dem 19. Jahrhundert. In: Mann, Golo u. Heuß, Alfred u. Nitschke, August (Hgg.), Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 19071
Zitationshilfe
„Kliniker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kliniker>, abgerufen am 14.10.2019.

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