Klavichord, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Klavichord(e)s · Nominativ Plural: Klavichorde
Aussprache
WorttrennungKla-vi-chord (computergeneriert)
HerkunftLatein + Griechisch
eWDG, 1969

Bedeutung

als Frühform des Klaviers geltendes Tasteninstrument, dessen Saiten waagerecht und rechtwinklig zu den Tasten angeordnet sind und durch Metallplättchen, die sich an den Enden der Tasten befinden, angeschlagen werden
Beispiel:
Das Klavichord ist gar zu zart ... für unsere einfache Choralmusik [KlepperSchatten726]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klavier · Klaviatur · Klavichord
Klavier n. Musikinstrument, bei dem die Saiten durch mit Tasten verbundene Filzhämmerchen angeschlagen werden. Anfang des 16. Jhs. wird frz. clavier ‘Tastenreihe, Tastenbrett’ (zunächst der Orgel) übernommen und bezeichnet die ‘Gesamtheit der Tasten’, die ‘Klaviatur’. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird die Bezeichnung auf das ganze Instrument übertragen, die Bedeutung ‘Tastatur’ übernimmt Klaviatur f. (18. Jh.). In der allgemeinen Bedeutung ‘Saiteninstrument mit Tastatur’ kann Klavier bis Ende des 18. Jhs. sowohl für Klavichord (s. unten) wie für Klavizimbel (s. ↗Cembalo) stehen; seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gilt es auch für Pianoforte bzw. Fortepiano (s. ↗Piano) und wird indieser Verwendung (also zur Bezeichnung des Hammerklaviers) im 19. Jh. alleinherrschend. Mfrz. frz. clavier stellt sich zu frz. clef ‘Schlüssel, Taste’, aus lat. clāvis ‘Schlüssel, Riegel’, mlat. ‘Schlüssel zum Ventil der Orgelpfeife’ und ‘Taste’; wie andere Ableitungen bewahrt es das a der lat. Stammsilbe in vortoniger Stellung. Klavichord n. Vorform des Klaviers (Saitenanschlag durch Metallplättchen). Nlat. clavicordium, eine Bildung zu lat. clāvis (s. oben) und lat. chorda ‘Darmsaite’ (s. ↗Kordel), erscheint im 15. Jh. in dt. Texten, wird aber erst im 18. Jh. eingedeutscht.

Thesaurus

Geschichte, Musik
Synonymgruppe
Clavichord · Klavichord
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Cembalo Spinett

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klavichord‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei zittern die alten Gemälde an der Wand und das Klavichord in der Ecke.
Die Zeit, 22.04.1977, Nr. 17
Sie war auch eine Meisterin des Cembalos und des Klavichords.
Die Welt, 21.07.2003
Zu Beginn wurden Klavichord und Spinett ohne eigenen Unterbau von Tisch zu Tisch getragen oder im Stehen gespielt.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 12502
Überraschend sind aber jene Tracks, auf denen man Jarrett ausgiebigst am vorsintflutlichen Klavichord, an der Kirchenorgel, Flöte und Sopransaxofon herumfantasieren hören kann.
Die Welt, 21.06.2002
Von fünf erhaltenen Klavichorden gingen zwei im 2. Weltkrieg verloren.
Rupprecht, Margarete: Schiedmayer (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 6323
Zitationshilfe
„Klavichord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Klavichord>, abgerufen am 19.10.2019.

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