Klatsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klatsch(e)s · Nominativ Plural: Klatsche
Aussprache
Wortbildung mit ›Klatsch‹ als Erstglied: ↗Klatschbase · ↗Klatschblatt · ↗Klatschgeschichte · ↗Klatschgier · ↗Klatschkolumnist · ↗Klatschmaul · ↗Klatschmohn · ↗Klatschnest · ↗Klatschpresse · ↗Klatschspalte · ↗Klatschsucht · ↗Klatschtante · ↗Klatschweib · ↗klatschnass · ↗klatschsüchtig
 ·  mit ›Klatsch‹ als Letztglied: ↗Dienstbotenklatsch · ↗Dorfklatsch · ↗Gesellschaftsklatsch · ↗Kaffeeklatsch · ↗Stadtklatsch · ↗Theaterklatsch · ↗Weiberklatsch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Geräusch, das entsteht, wenn etw. Nasses, Breiiges auf den Boden, ein Gegenstand auf Wasser auftrifft oder wenn ein Schlag mit einem flachen Gegenstand oder der flachen Hand ausgeführt wird
Beispiele:
er schlug mit einem lauten Klatsch aufs Wasser auf
es gab einen großen Klatsch, als das Buch zu Boden fiel
2.
umgangssprachlich, abwertend üble Rederei über abwesende Personen, Geschwätz
Beispiele:
Klatsch verbreiten, herumtragen, weitertragen
sie wollte den Klatsch nicht hören, kümmerte sich nicht um den Klatsch der Nachbarn
etw. gibt Anlass zu bösem Klatsch
lass mich mit deinem Klatsch in Ruhe!
darüber entstand großer Klatsch und Tratsch
der Klatsch blühte gerade in der akademischen Gesellschaft ... aufs üppigste [HesseCamenzind1,296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klatschen · Klatsch · Klatsche · Fliegenklatsche · Klatschmohn · Abklatsch
klatschen Vb. schallnachahmend für Geräusche, besonders beim Zusammenschlagen der flachen Hände oder beim Aufprall eines (flachen, feuchten) Körpers, ‘einen schallenden Laut von sich geben, durch Zusammenschlagen der Hände Beifall bekunden’. Dem seit dem 17. Jh. bezeugten Verb geht frühnhd. klatzen, später klatzschen, glatschen ‘schallen, schallend schlagen’ vorauf; ihm vergleichen sich nd. klats(k)en und nl. kletsen. Ebenfalls schallnachahmend steht klatschen im Sinne von ‘schwatzen, über Abwesende reden’ (17. Jh.), in der Schülersprache ‘ausplaudern, hinterbringen, petzen’. Klatsch m. ‘schallendes Geräusch, Schlag’, auch ‘Geschwätz, Gerede über Abwesende, üble Nachrede’ (18. Jh.); dazu Kaffeeklatsch m. (2. Hälfte 19. Jh.), klatschhaft Adj. (17. Jh.), Klatschmaul n. (18. Jh.). Klatsche f. ‘flaches Gerät zum Schlagen, klatschhafte Person, Schwätzerin’ (17. Jh.), Fliegenklatsche f. (17. Jh.). Klatschmohn m. scharlachrot blühendes Unkraut in Getreidefeldern (19. Jh.), nach dem Geräusch, das entsteht, wenn die in einem gefalteten Blütenblatt befindliche Luft dieses beim Zerdrücken sprengt, älter Glaczen (15. Jh.), Klatsche (17. Jh.), Klatschrose (17. Jh.), Klapperrose (16. Jh.). Abklatsch m. ‘(unvollkommene) Nachbildung, Nachahmung’, in der Druckersprache ‘Rohabzug, Probeabdruck’ (18. Jh.), weil dieser ohne Presse nur durch Klatschen und Klopfen mit der Bürste hergestellt wird, auch Bürstenabzug.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerede · ↗Getratsch(e) · Klatsch · ↗Klatscherei · Klatschgeschichten · ↗Stadtgespräch · ↗Tratsch · Tratschereien · offenes Geheimnis  ●  Gossip  engl. · Klatsch und Tratsch  Hauptform · ↗Altweibergeschwätz  ugs., abwertend, fig. · ↗Buschfunk  ugs. · Bürogeflüster  ugs. · ↗Flurfunk  ugs. · ↗Gequatsche  ugs. · ↗Getratsche  ugs. · ↗Lästerei(en)  ugs. · Ratscherei  ugs., süddt.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Bosheit Buhruf Denunziation Flirt Gerücht Geschwätz Glamour Intrige Johlen Kitsch Lexikon Lifestyle Mißgunst Nachrede Neid Neuigkeit Pfeife Promi Quatsch Tagesspiegel Trampel Tratsch Zentralorgan anfeuern bissig bösartig böse gehoben rhythmisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klatsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Klatsch gab es natürlich vorher auch schon, aber durch das Netz sind alle noch enger zusammengerückt.
Der Tagesspiegel, 24.04.2001
Dem Klatsch der Welt verfällst du doch - 's ist alles eins.
Bild, 13.03.1999
Aber ich mag Klatsch nicht und ich vergaß ihn wieder.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 7
Wer so einen Klatsch breittritt und weiterträgt, macht sich mitschuldig.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22913
Nichts trauriger, als vom Klatsch eines Vergehens angeklagt zu werden, welches man nicht begangen hat.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19467
Zitationshilfe
„Klatsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Klatsch>, abgerufen am 21.05.2019.

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