Klage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klage · Nominativ Plural: Klagen
Aussprache
WorttrennungKla-ge
Wortbildung mit ›Klage‹ als Erstglied: ↗Klageabweisung · ↗Klageantrag · ↗Klagebefugnis · ↗Klagebegehren · ↗Klagebrief · ↗Klagechor · ↗Klageerhebung · ↗Klageerwiderung · ↗Klagefrist · ↗Klageführung · ↗Klagegesang · ↗Klagegeschrei · ↗Klagelaut · ↗Klagelied · ↗Klagelitanei · ↗Klagemauer · ↗Klagepunkt · ↗Klagerecht · ↗Klageruf · ↗Klagesache · ↗Klageschrift · ↗Klageton · ↗Klageweg · ↗Klageweib · ↗Klagewelle · ↗klaglos
 ·  mit ›Klage‹ als Letztglied: ↗Alimentenklage · ↗Anfechtungsklage · ↗Asylklage · ↗Beleidigungsklage · ↗Ehescheidungsklage · ↗Feststellungsklage · ↗Gegenklage · ↗Gewinnrücklage · ↗Gruppenklage · ↗Hasenklage · ↗Kündigungsschutzklage · ↗Leistungsklage · ↗Liebesklage · ↗Nebenklage · ↗Nichtigkeitsklage · ↗Normenkontrollklage · ↗Privatklage · ↗Regressklage · ↗Räumungsklage · ↗Sammelklage · ↗Schadenersatzklage · ↗Schadensersatzklage · ↗Scheidungsklage · ↗Teilklage · ↗Todesklage · ↗Totenklage · ↗Unterhaltsklage · ↗Unterlassungsklage · ↗Vaterschaftsklage · ↗Verbandsklage · ↗Verfassungsklage · ↗Verleumdungsklage · ↗Vorzugsklage · ↗Wehklage · ↗Zivilklage
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Äußerung des Schmerzes, Kummers
Beispiele:
in laute, verzweifelte, bittere, heftige Klagen ausbrechen
sich in (endlosen) Klagen ergehen
wehmütige Klagen ausstoßen
die Klage um den Verstorbenen, um, über den Verlust, Todesfall verstummte nicht
es kam keine Klage von seinen Lippen [JahnnHolzschiff71]
Je mehr er hat, je mehr er will / Nie schweigen seine Klagen still [VolksliedWas frag' ich viel nach Geld und Gut]
bildlich
Beispiele:
Jägersprache die Klage des verwundeten Wildes (= der Wehlaut, Angstlaut des verwundeten Wildes)
in die alten, köstlichen, nach Text und Musik so lieblichen Weisen mischte sich ... aus den nahen feuchten Schluchten die süßeste Klage (= das wehmütige Lied) der Nachtigall [G. Hauptm.Ketzer4,133]
2.
Äußerung der Unzufriedenheit über etw., jmdn.
Beispiele:
über ihn, seine Ungerechtigkeit, über, gegen die Missstände erhoben sich (viele) Klagen, hörte man Klagen, wurden Klagen laut, vorgebracht
papierdeutsch es wurde immer wieder Klage darüber geführt, dass die Ausstellung nur wenig Interesse fand
sie erging sich in (heftigen) Klagen über sein Benehmen
jmd., jmds. Verhalten gibt Grund, Anlass zur Klage
er hat keinen Grund zur Klage
scherzhaft dass mir keine Klagen kommen (= Ermahnung, sich anständig zu benehmen)
scherzhaft ich will keine Klagen hören (= Ermahnung, sich anständig zu benehmen)
3.
Jura das Geltendmachen eines Rechtsanspruchs vor Gericht
Beispiele:
eine gerichtliche, zivilrechtliche Klage
die Klage auf Scheidung, auf Zahlung der Mietrückstände
eine Klage vor Gericht bringen
(bei Gericht) eine Klage (gegen jmdn.) einreichen, anhängig machen
(gegen jmdn.) Klage erheben, anstrengen, führen
eine Klage entscheiden, abweisen, zurücknehmen, zurückziehen
einer Klage stattgeben
bei Gericht eingehende Klagen
die Klage schwebt, ruht zur Zeit
Klageschrift
Beispiel:
eine Klage abfassen, einreichen, beantworten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klage · klagen · Kläger · anklagen · Anklage · anklägerisch · Angeklagter · beklagen · Beklagter · verklagen · kläglich
Klage f. ‘Äußerung von Schmerz oder Trauer, Jammer, vor Gericht erhobener Anspruch’. Das im Germ. nur durch ahd. klaga (9. Jh.), mhd. klage ‘Wehgeschrei, Totenklage, Not, Leid, Gerichtsklage’, asächs. klaga, mnd. klāge, mnl. clāghe vertretene Substantiv läßt sich mit aind. gárhati ‘schmäht, beschuldigt, tadelt’, garhā ‘Tadel, Vorwurf’, pers. gila ‘Klage’ und mir. glām ‘Geschrei, Fluch’ vergleichen und auf ie. *galgh-, *glagh- ‘klagen, schelten’ zurückführen, wohl eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Die Rechtsbedeutung von Klage geht auf den Brauch zurück, beim Bemerken eines Verbrechers lautes Hilfegeschrei zu erheben und ihn mit Schreien vor Gericht zu ziehen. Vom Substantiv abgeleitet klagen Vb. ‘Schmerz oder Trauer ausdrücken, jammern, vor Gericht einen Anspruch erheben, tadeln’, ahd. klagōn (9. Jh.), mhd. klagen ‘Schmerz, Leid oder Weh ausdrücken, betrauern, sich beklagen, gerichtliche Klage erheben’, asächs. klagon, mnd. klāgen, mnl. clāghen, nl. klagen. Kläger m. ‘wer vor Gericht Klage erhebt’, ahd. klagāri (Hs. 12. Jh., doch klagāra f. bereits 9. Jh.), mhd. klager, kleger ‘Klagender, Trauernder, Ankläger bei Gericht’. anklagen Vb. ‘für etw. verantwortlich machen, jmdn. beschuldigen (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklagen; Anklage f. ‘Beschuldigung (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklage; anklägerisch Adj. ‘beschuldigend (vor Gericht)’ (18. Jh.); Angeklagter m. ‘vor Gericht eines Verbrechens oder Vergehens Beschuldigter’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu anklagen. beklagen Vb. ‘bedauern, betrauern’, ahd. biklagōn (9. Jh.), mhd. beklagen ‘über oder gegen etw., jmdn. klagen’; Beklagter m. ‘wer gerichtlich verklagt wird’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu beklagen. verklagen Vb. ‘gegen jmdn. gerichtlich Klage erheben’, ahd. firklagōn ‘beweinen, beklagen’ (11. Jh.), mhd. verklagen ‘mit Klagen hinbringen, aufhören zu beklagen, verschmerzen, sich durch Klagen abhärmen, anschuldigen’. kläglich Adj. ‘erbärmlich, bedauernswert’, ahd. klagalīh (10. Jh.), mhd. klage-, klegelich ‘klagend, beklagenswert’.

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Beschwerde · Klage · ↗Vorhaltung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Jura
Synonymgruppe
Anklage · Klage
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Klagedrohung  ●  Klagsdrohung  österr.
Synonymgruppe
Gejammer · ↗Jammer · Klage · ↗Klagelied(er) · ↗Wehgeschrei · ↗Wehklagen  ●  ↗Lamento  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Geheul · ↗Gejammer · ↗Gezeter · Herumgejammer · ↗Jammer · Jammerei · Klage · ↗Lamento · ↗Wehgeschrei · ↗Wehklagen · klagende Laute
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abweisung Anlaß Anwohner Bundesverfassungsgericht Gericht Gerichtshof Landgericht Schadenersatz Verfassungsgericht Verwaltungsgericht abweisen angekündigt anhängig anstrengen drohen eingereicht einreichen entsprechend erheben erwägen gerichtlich hinweisen häufen laut scheitern stattgeben verhandeln zivilrechtlich zurückweisen zurückziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies war die erste Klage, in der eine Jury abstimmen musste.
Die Zeit, 09.10.2007 (online)
Obwohl er mit seinen Büchern nicht gerade erfolglos geblieben ist, führt er die Klage des geringgeachteten Autors.
Der Spiegel, 05.11.1990
Auch die Klage der Alten, daß alles teuer sei, kränkte mich nicht.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 119
Ich hoffe nun, keine Klagen mehr über mich zu hören. Habe ich das gut gesagt?
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 27.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Immerhin kann man aus der ewigen Klage den Klang der Zeit heraushören.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 22370
Zitationshilfe
„Klage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Klage>, abgerufen am 22.10.2019.

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