Kitt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kitt(e)s · Nominativ Plural: Kitte
Aussprache
Wortbildung mit ›Kitt‹ als Erstglied: ↗kittfarben  ·  mit ›Kitt‹ als Letztglied: ↗Fensterkitt · ↗Glaserkitt · ↗Holzkitt · ↗Metallkitt · ↗Ofenkitt · ↗Porzellankitt · ↗Schmelzkitt · ↗Steinkitt · ↗Zementkitt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
teigartiger, klebriger Stoff, der an der Luft erhärtet und zum Kleben, Binden, Dichten oder zum Ausfüllen von Fugen verwendet wird
Beispiele:
er brauchte Kitt, um seine Fensterscheiben einzusetzen
die Ritzen werden mit Kitt verschmiert
der Kitt ist hart, unbrauchbar geworden
bildlich das Verbindende, Zusammenhaltende
Beispiel:
Die Kinder sind der Kitt [TollerHinkemannIII 2]
2.
salopp der ganze Kittdas ganze Zeug, der ganze Kram
Beispiele:
was kostet der ganze Kitt?
und wer bezahlt nun den ganzen Kitt?
er musste den ganzen Kitt bezahlen
Unsinn, Quatsch
Beispiele:
lass mich mit dem Kitt in Ruhe!
rede doch nicht solchen Kitt!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kitt · kitten
Kitt m. ‘Klebe- und Abdichtungsmasse’, ahd. quiti, kuti (Hs. 12. Jh.), frühnhd. küte, küt und die Entsprechungen aengl. cwidu, cudu, cwudu, anord. (dehnstufig) kvāða, schwed. kåda ‘Baumharz’ führen mit aind. játu ‘Lack, Gummi’, lat. bitūmen ‘Erdpech, Erdharz’ (wohl auf Entlehnung aus dem Osk.-Umbr. oder aus dem Kelt. beruhend, s. ↗Beton), mir. be(i)the ‘Buchsbaumholz’, kymr. bedw ‘Birke’ auf ie. *gu̯et- ‘Harz’. Im 18. Jh. setzt sich die entrundete Form Kitt durch. kitten Vb. ‘mit Kitt kleben, abdichten’ (17. Jh.), älter kütten (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedrohung Fenster Fuge Gemeinschaft Gesellschaft Karibik-Insel Karibikinsel Koalition Sand Solidarität Sprengstoff Zusammenhalt abdichten bilden bröckeln brüchig dienen eigentlich einzig emotional ersetzen fressen gesellschaftlich haltbar ideologisch kulturell liefern sozial zerbröseln zusammenhalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kitt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Kitt, der die Splitter zusammenhält, ist die Brillanz des Arrangements.
Die Zeit, 10.12.2012, Nr. 49
Das ist vorbei, und nun bröckelt der Kitt in der Nato.
Der Tagesspiegel, 18.06.2000
Durch das Trocknen des im Kitt befindlichen Leinöles erhärtet er mit der Zeit.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 374
Dazu sind vorübergehende »Personalverbände« durchaus untauglich, denn ihnen fehlt der Kitt der Disziplin.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 9235
Falls der Deckel eingekittet ist, muß der Kitt vor dem Öffnen weggekratzt und nach Beendigung der Reparatur wieder sorgfältig ersetzt werden.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 245
Zitationshilfe
„Kitt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kitt>, abgerufen am 21.07.2019.

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