Kirchenfenster, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kirchenfensters · Nominativ Plural: Kirchenfenster
WorttrennungKir-chen-fens-ter
WortzerlegungKircheFenster
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Glasfenster einer Kirche, das meist aufwendig mit farbigem Glas und Bleifassungen gestaltet ist und ein Motiv oder eine Szene aus dem christlichen Bereich zeigt
  ein Kunstwerk der Glasmalerei
Beispiele:
Für architektonisch interessierte Reisende eignet sich der großformatige Band […] als Führer zu versteckten Meisterwerken, etwa ins mecklenburgische Neukloster, wo die ältesten bemalten Kirchenfenster Nordeuropas erhalten sind. [Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49]
Glas war im Mittelalter ein kostbares Material. Nur Bischöfe und geistliche Orden hatten so viel Geld, ihre Kirchen mit Glasfenstern auszustatten. […] Das durch die bemalten Scheiben hereinfallende Licht schuf eine eigenartige mystische Atmosphäre, und die hohen Kirchenfenster zeigten den Gläubigen die wichtigsten Szenen aus der biblischen Geschichte und den Heiligenlegenden. Der Klerus förderte deshalb die Glasmalerei und zog die begabtesten Künstler dazu heran. [Neues Deutschland, 11.06.1977]
Seit Jahrhunderten bedient sich die katholische Kirche der Kleider, Accessoires und Juwelen, um Gläubigen eine Ahnung von der Pracht im Reich Gottes zu vermitteln und sie mit Geschichten in ihren Bann zu ziehen. So wie Kirchenfenster Begebenheiten aus der Bibel abbilden, so regen auch die Farben, Stoffe, Hüte und Motive der kirchlichen Gewänder die Vorstellungskraft an. [Welt am Sonntag, 13.05.2018, Nr. 19]
Um 1900 entwickelte sich [in der Malerei] […] der mit der Sezession verbundene dekorative Flächen- und Linienstil, der von J. Mehoffer (Kirchenfenster und Polychromien) sowie […] von dem vielseitigen S. Wyspianski (Maler von Kirchenfenstern, Pastellen usw., Graphiker, Erneuerer des Bühnenbildes und des Kunsthandwerks) erarbeitet worden war. [o. A.: Lexikon der Kunst – P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 26233. Zitiert nach: o. A.: Lexikon der Kunst – P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Bd. 5: Mosb – Q, Leipzig: Seemann 1993.]
Die Farben der Kirchenfenster im Ostchor fingen an zu leuchten. [Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 67]
Als Muster typisch christlicher Kunst [in einer Ausstellung] erscheinen einige Ausschnitte von Kirchenfenstern. [Berliner Zeitung, 29.06.1946]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gotisches, bemaltes, mittelalterliches Kirchenfenster
als Akkusativobjekt: Kirchenfenster gestalten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entwurf Farbe Frankfurter Glas Marienkirche Rückgabe bemalt bunt dringen farbig gestalten gotisch leuchten mittelalterlich wertvoll zerbrochen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kirchenfenster‹.

Zitationshilfe
„Kirchenfenster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kirchenfenster>, abgerufen am 22.04.2019.

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