Kinderladen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kinderladens · Nominativ Plural: Kinderläden
WorttrennungKin-der-la-den
WortzerlegungKindLaden
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
in einem ehemaligen Laden (Lesart 2) oder einer Ladenwohnung befindlicher kleiner, selbstverwalteter Kindergarten, der meist von Eltern privat für die Betreuung ihrer Kinder getragen wird und oft einem antiautoritären Erziehungskonzept folgt
Beispiele:
Da Kinderläden mehrheitlich in leer stehenden Ladengeschäften eingerichtet wurden, erhielten sie auf diese Weise ihren Namen. [Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Kinderladen. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 6374]
In der Elterninitiativ-Kita, in der er seit 17 Jahren arbeitet, betreuen zwei Erzieher 14 Kinder auf 68 Quadratmetern, eigentlich eine Vierzimmerwohnung, der klassische Kinderladen im Erdgeschoss eines Miethauses. [Welt am Sonntag, 09.04.2017, Nr. 15]
Seit zehn Jahren bin ich Erzieherin, und mir macht mein Job immer noch viel Spaß. Ich habe im Hort gearbeitet, in einem Kinderladen und zuletzt in einer großen Kita (= Kindertagesstätte) mit 200 Kindern. [Spiegel, 22.10.2016 (online)]
Zum Programm der überall entstehenden Kinderläden gehörte oft wie selbstverständlich die geschlechtsneutrale Erziehung. [Die Zeit, 03.07.2007, Nr. 27]
Die Eltern kochen nicht nur selbst. Sie haben auch die 160 Quadratmeter große Ladenwohnung zum Kinderladen mit Hochbetten und Spielecken umgebaut. [Berliner Zeitung, 12.04.1994]
»Wir wollten Ihnen in diesem Film natürlich auch Aussagen von Kindern bringen, die in dem Berliner Kinderladen Rote Freiheit den politischen Beeinflussungsversuchen der Roten Zelle Psychologie, wie sich die Gruppe selbst nennt, ausgesetzt waren.« [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 416]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein antiautoritärer, alternativer Kinderladen
als Akkusativobjekt: einen Kinderladen gründen
2.
umgangssprachlich Laden (Lesart 2), Geschäft, in dem Artikel für Kinder verkauft werden
Beispiele:
Stolz verweist Amazon auf Erfolgsgeschichten aus Deutschland. Etwa den kleinen Stuttgarter Kinderladen, der erst im Februar 2017 online startete und der bis Jahresende einen Millionenumsatz erreichen wird. [Die Welt, 20.11.2017]
Ich hatte […] Lust bekommen, mir schon ein paar Frühlingssachen im Kinderladen anzugucken. Ich ging zur »Zaubermaus«, so hieß das […] Geschäft hinter dem Salzhof […]. [Hiltscher, Bärbel, Im Kokon. Wetzlar: Goethe-Werkstatt Verlag 2013, S. 50]
Am Mittwoch stand Carla […] kugelrund und entspannt vor ihrer Pariser Wohnung und telefonierte, am Donnerstag kaufte sie in einem Kinderladen ein Babyfon. [Bild am Sonntag, 16.10.2011, Nr. 42]
Cool-bequeme Kleidung. […] Elektronik für Kids. Die Kinderläden gleichen Raumstationen – sogar [die Puppe] Barbie gibt's als MP3- Player […]. [Bild, 25.07.2007]
Dort [befindet sich] ein Kinderladen mit lustigen Kindersachen. [Berliner Zeitung, 21.06.1946]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erzieher Erzieherin Erziehung Kita Kommune Nachbarschaftshilfe Wohngemeinschaft Zentralrat abholen alternativ antiautoritär gründen privat sozialistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kinderladen‹.

Zitationshilfe
„Kinderladen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kinderladen>, abgerufen am 14.10.2019.

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