Kies, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kieses · Nominativ Plural: Kiese
Aussprache
Wortbildung mit ›Kies‹ als Erstglied: ↗Kiesbeton · ↗Kiesbettung · ↗Kiesfilter · ↗Kiesgrube · ↗Kiesgrund · ↗Kieshaufen · ↗Kiesweg · ↗kieshaltig
 ·  mit ›Kies‹ als Letztglied: ↗Arsenkies · ↗Eisenkies · ↗Flusskies · ↗Kupferkies · ↗Schwefelkies · ↗Schwemmkies
 ·  mit ›Kies‹ als Grundform: ↗kiesen1 · ↗kiesig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
körnige Masse von zerkleinerten und abgerundeten Gesteinsbrocken
Beispiele:
der Kies knirschte unter seinen Füßen
der Gärtner harkt den Kies auf den Wegen
das Flussbett war mit Kies angefüllt
er schritt über den frisch aufgestreuten Kies
2.
metallisch glänzendes Mineral, Erz
Beispiele:
schwefelhaltiger, eisenhaltiger Kies
Metalle aus Kiesen gewinnen
3.
nur im Singular
salopp Geld
Beispiele:
einen Haufen Kies haben
ist Kies in der Kasse?
Heraus mit dem Kies! [E. ClaudiusGrüne Oliven152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kies1 · Kiesel
Kies1 m. ‘grobkörniger Sand’. Die Etymologie ist ungewiß. Für mhd. kis und das abgeleitete, aber früher bezeugte ahd. kisil (s. unten) vermutet man (vgl. Pokorny 1, 356) Verwandtschaft mit den balt. Formen apreuß. sixdo ‘Sand’ und lit. žiezdrà ‘Kies-, Sandkorn’, so daß ie. *g̑eis- bzw., wenn nl. kei ‘Kieselstein’ als zugehörig betrachtet wird, ie. *g̑ei- ‘Kies’ erschlossen werden kann. Kies begegnet seit dem 16. Jh. vielfach als bergmännischer Ausdruck zur Bezeichnung eines arsen- oder schwefelhaltigen Minerals mit geringerem Metallgehalt als Erz, vgl. Kupferkies Kupfereisensulfid (17. Jh.), Schwefelkies eisen- und schwefelhaltiges, metallisch glänzendes Mineral (18. Jh.). Kiesel m. ‘kleiner von Wasser abgeschliffener Stein’, Bildung mit Deminutiv- bzw. Zugehörigkeitssuffix zu Kies (s. oben), aber früher belegt als dieses, ahd. kisil (8. Jh.; vgl. auch kisilī(n), Hs. 12. Jh.), mhd. kisel ‘Kieselstein, Hagelstein, Schloße’, mnl. kēsel, aengl. ceosel.

Kies2 m. ‘Geld’ (18. Jh.) ist nicht sicher zu deuten. Da Kies der Gaunersprache entstammt, kommt Ableitung von jidd. kis ‘Beutel, Säckel’ in Betracht, was eine Bedeutungsentwicklung von ‘Beutel’ zu ‘Geld’ voraussetzt. Möglich ist auch Herleitung von rotw. Kies, Kīsel, dessen Bedeutung ‘Stein’ eine Verbindung zu dem Plur. rotw. Steiner ‘Münzgeld’ ermöglicht. Da ‘Scheidemünze, Silbergeld’ als früheste Bedeutung von Kies anzusetzen ist, kann eine inhaltliche Beeinflussung von Kies durch Steiner angenommen werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kies · ↗Schotter · Split · ↗Streusand
Assoziationen
Synonymgruppe
Geld  ●  klingende Münze  fig. · ↗Asche  ugs. · Bares  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Flöhe  ugs. · ↗Heu  ugs. · Kies  ugs. · ↗Knete  ugs. · ↗Kohle  ugs. · Kröten  ugs. · ↗Mammon  geh., abwertend, biblisch · ↗Moneten  ugs. · ↗Moos  ugs. · Mäuse  ugs. · Ocken  ugs. · ↗Patte  ugs. · ↗Penunze  ugs. · ↗Piepen  ugs. · ↗Pulver  ugs. · ↗Rubel  ugs. · ↗Schotter  ugs. · Steine  ugs. · ↗Taler  ugs. · ↗Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asphalt Auffahrt Bauschutt Flußbett Geröll Kalk Knirschen Lehm Moos Naturstein Sand Sandsack Schlick Schotter Splitt Torf Zaster Zement auffüllen aufgeschüttet aufschütten bestreuen geharkt grobkörnig harken knirschen knirschend scharren verfüllen zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kies‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Weg ist eng und unter den Schuhen der Träger knirscht der Kies.
Süddeutsche Zeitung, 25.10.2001
Während des Sprechens zeichnete ich mit einem Zweig im Kies.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 396
Bald ist sie aufgerichtet und steckt mit dem stumpfen Ende im Kies.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 64
Da läuft es eilig heran durch den Nebel über den knirschenden Kies.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5274
Sie stolperte auf dem taufeuchten Kies und schlug sich das Knie auf.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 76
Zitationshilfe
„Kies“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kies>, abgerufen am 19.06.2019.

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