Keimzelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungKeim-zel-le
WortzerlegungKeimZelle
eWDG, 1969

Bedeutung

Botanik, Zoologie Zelle, die der Fortpflanzung und Erhaltung der Art dient, Geschlechtszelle
Beispiele:
die männliche Keimzelle (= Samenzelle)
die weibliche Keimzelle (= Eizelle)
übertragen erster Anfang
Beispiele:
die Familie, die Keimzelle des Staates
Unter Führung von Johann Georg Lori ... schufen sie [die Gelehrten] als Keimzelle der Bayerischen Akademie eine gelehrte Gesellschaft [Dt. Literaturzeitg.1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keim · keimen · keimfrei · Keimzelle
Keim m. ‘erster Trieb einer Pflanze, befruchtete Eizelle, Krankheitserreger’, übertragen ‘Anfang, Ursprung’, ahd. kīmo ‘Keim, Same, Gewächs’ (8. Jh.), mhd. kīm(e) ‘Pflanzenkeim, Korn’, mnd. kīme, mnl. kieme, kijme, nl. kiem sowie ahd. kīnan ‘keimen’ mit seinen Verwandten (s. unten) und ahd. kīd (10. Jh.), mhd. kīde, kīt, nhd. (mundartlich) Keid ‘Sproß, Schößling’, asächs. kið, aengl. cīþ ‘Sproß, Keim’, lit. žydė́ti ‘blühen’ sind teils m-, teils n-, teils d-Ableitungen der Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (germ. *kī-), zu der auch ↗Keil und ↗Kien (s. d.) gehören. keimen Vb. ‘Triebe entwickeln, entstehen’, mhd. mnd. kīmen ‘sich spalten, keimen, (aus)wachsen’, mit m-Suffix dem Substantiv (s. oben) folgend. Zugrunde liegt der Wortgruppe im Germ. das starke Verb germ. *kīnan, ahd. kīnan ‘keimen, hervorsprießen, hervorbringen’ (9. Jh.; vgl. irkīnan ‘aufkeimen’, 8. Jh.), mhd. kīnen, asächs. kīnan, mnd. kīnen, aengl. cīnan ‘aufbrechen, offenstehen’, got. keinan. keimfrei Adj. ‘steril’ (19. Jh.). Keimzelle f. ‘Geschlechtszelle, Ursprung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgangspunkt · ↗Start · ↗Startpunkt  ●  Keimzelle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Geschlechtszelle · Keimzelle  ●  ↗Gamet  fachspr. · ↗Konidie  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiterbewegung Befruchtung Eizelle Embryo Firmengründung Galaxis Gemeinwesen Imperium Keimzelle Kleinfamilie Körperzelle Medienimperium Militarismus Reifung Revolte Spermium Studentenrevolte Umsturz Verschmelzung Vorläufer Weltkonzern befruchtet embryonal menschlich motivisch männlich primordial unreif väterlich weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keimzelle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die provisorische Architektur versteht sich als Keimzelle für neue Strukturen.
Der Tagesspiegel, 24.02.2004
Anfangs würde man damit vielleicht nur Paaren mit defekten Keimzellen helfen.
o. A.: Klonen - Was die Forscher wirklich können. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
So gelangen die beiden Chromosomensätze auch in die jungen Keimzellen.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 287
Die Vereinigung dieser verschiedenen geschlechtlichen Keimzellen nun bewirkt die Entwicklung neuer Lebewesen.
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 173
Die Keimzellen, durch deren Wachstum die Eier entstehen, sind anderen Körperzellen an Größe meist nicht viel überlegen.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 455
Zitationshilfe
„Keimzelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Keimzelle>, abgerufen am 18.07.2019.

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