Keilschrift, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungKeil-schrift (computergeneriert)
WortzerlegungKeilSchrift
eWDG, 1969

Bedeutung

Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer mit keilförmigen Zeichen
Beispiele:
eine assyrische Keilschrift entziffern
eine babylonische Grabinschrift in Keilschrift
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. ↗Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entzifferung Erfindung Hieroglyphe Tontafel altpersisch assyrisch babylonisch entziffern mesopotamisch persisch sumerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keilschrift‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Keilschrift Gerade Linien sind deutlich einfacher in weichen Ton zu zeichnen als Bilder.
Die Zeit, 20.10.2008, Nr. 42
Schon das Zeichen für »Gott« in der ältesten Form der Keilschrift ist ein Stern.
Rühle, O. u. Edsman, C.-M.: Astralreligion. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 27966
Selbst als die Völker und Kulturen, die die Keilschrift erschaffen hatten, untergingen, lebte das Epos in neuen Sprachen weiter.
Der Tagesspiegel, 21.05.2005
Vorläufig noch ungeklärt ist die Frage, wo und wann die Hethiter, die vorher vermutlich schriftlos waren, die babylonische Keilschrift für ihre Sprache übernommen haben.
Soden, Wolfram von: Sumer, Babylon und Hethiter bis zur Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9311
Es sind Tontäfelchen mit Geschäftsurkunden verschiedenster Art in babylonischer Keilschrift.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 20084
Zitationshilfe
„Keilschrift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Keilschrift>, abgerufen am 18.06.2019.

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