Keil, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Keil(e)s · Nominativ Plural: Keile
Aussprache
Wortbildung mit ›Keil‹ als Erstglied: ↗Keilabsatz · ↗Keilbein · ↗Keilhose · ↗Keilinschrift · ↗Keilkissen · ↗Keilriemen · ↗Keilschrift · ↗keilförmig
 ·  mit ›Keil‹ als Letztglied: ↗Donnerkeil · ↗Faustkeil · ↗Stoßkeil
 ·  mit ›Keil‹ als Grundform: ↗keilig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
in einer Kante spitz zulaufender Körper
a)
zum Spalten
Beispiele:
ein eiserner Keil
ein Keil aus Hartholz, Eisen
der Keil dringt tief in das Holz ein
die Arbeiter trieben Keile in den Felsblock
die Holzfäller sprengten den Baumstumpf mit einem Keil
der Wald ragte, schob sich wie ein Keil in die Wiese
bildlich
Beispiele:
ein vorgeschobener Keil leichter Panzer
einen Keil zwischen zwei Freunde treiben (= das gute Einvernehmen zwischen zwei Freunden zu stören versuchen, Zwietracht zwischen ihnen säen)
sprichwörtlich auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil (= Grobheiten erwidert man mit Grobheiten)
b)
als Hemmvorrichtung
Beispiele:
einen Keil vor, unter die Räder eines Fahrzeugs legen
Wenn wir dann die Keile wegnehmen, rollt der Wagen fast von allein hinaus in die Felder [L. Frank2,323]
2.
dreieckiger, spitzwinkliger Stoffteil
Beispiel:
einen Keil im Rückenteil des Mantels einsetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. ↗Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bolzen · Keil · ↗Nase

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Azorenhoch Einschieben Grün Hammer Keil Klotz Nettolohn Ost Phalanx Rampe Rot Schräge Verbündeter Walter Weiße dreieckig germanisch gläsern grob hineinragen hineintreiben ragen rot schieben spalten spitz treiben treibend vertikal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum begreift er nicht, dass auch er diese Situation mit verschuldet hat und ich nicht allein der treibende Keil war?
Bild, 14.02.2000
Immerhin kann Keil auf die Beteiligung an 79 Filmen hinweisen, die zusammen 211 Preise erhalten haben.
Der Tagesspiegel, 27.08.1999
Sie versuchen natürlich, auch einen Keil in die Szene reinzutreiben.
Der Spiegel, 08.05.1989
Das Dach ist hübsch nach hinten aufgebaut, in Form eines Keils gewissermaßen.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 183
Da kriegen sie auch Keile, aber nur, wenn sie nicht arbeiten wollen.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 28548
Zitationshilfe
„Keil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Keil>, abgerufen am 25.08.2019.

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