Kastration, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kastration · Nominativ Plural: Kastrationen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKas-tra-ti-on · Kast-ra-ti-on
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

(operative) Unterbindung der Fortpflanzungsfähigkeit, Kastrierung, Entmannung, Verschneidung
Beispiel:
die Kastration von Bullen, Hengsten, Rüden, Katern
bildlich
Beispiel:
Moll, der für die Kastration der Musik eintritt [Bachm.Dreißigstes Jahr56]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kastrieren · Kastrat · Kastration
kastrieren Vb. ‘verschneiden, entmannen, die Keimdrüsen (Hoden oder Eierstöcke) bei Menschen oder Tieren ausschalten bzw. operativ entfernen’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. castrāre, älteres mhd. mün(e)chen, frühnhd. münchen, mönchen (eigentlich ‘zum Mönch machen’) und mhd. kappūnen, kappen, frühnhd. kapaunen (s. ↗Kapaun) verdrängend. Kastrat m. ‘Verschnittener, Entmannter’, besonders durch Kastration im Kindesalter im Besitz der Knabenstimme verbliebener (meist italienischer) Sänger (17. Jh.); trotz in der Fachsprache der Medizin belegtem lat. castrātus wohl aus ital. castrato, zu ital. castrare, lat. castrāre (s. oben). Kastration f. ‘Verschneidung, Entmannung’ (Anfang 19. Jh.), lat. castrātio (Genitiv castrātiōnis).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Kastration  ●  Gonadektomie  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eingriff Ferkel Hormonbehandlung Hund Impfung Katze Mord Sexualstraftäter Sterilisation Sterilisierung Tier Todesstrafe Triebtäter Vergewaltigung Verstümmelung chemisch chirurgisch freiwillig gleichkommen verbieten vornehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kastration‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kaputtgemachte Kaplan ist jetzt sogar zur medikamentösen Kastration bereit.
konkret, 1980
Wer dem Schriftsteller eine gesellschaftliche Funktion zubilligt, kann nicht gleichzeitig für seine Kastration eintreten.
Die Zeit, 28.05.1971, Nr. 22
Die Kastration ist daher der adäquate Ausdruck des Opfers der wertvollsten Funktion.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 13
Häufig erwähnen die sich Erinnernden Kastrationen durch Geschosse an der Front.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 704
Die katholische Kirche hat zwar 1587 die Kastration verboten, doch war schon 1588 ein Kastrat päpstlicher Sänger.
o. A.: K. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 15002
Zitationshilfe
„Kastration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kastration>, abgerufen am 16.10.2019.

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