Karrieremacher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungKar-ri-ere-ma-cher · Kar-rie-re-ma-cher
WortzerlegungKarriere-macher
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend jmd., der Karriere machen will
Beispiele:
er ist ein übler, rücksichtsloser Karrieremacher
Instetten ist ein Karrieremacher – vom Streber will ich nicht sprechen [FontaneBriestI 4,162]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karriere · Karrieremacher · Karrierist
Karriere f. ‘(schneller) erfolgreicher Aufstieg im Beruf, Laufbahn’ wird im 18. Jh. als Carriere von frz. carrière ‘Rennbahn, Lauf, Fahrt, Lebensweg, (berufliche) Laufbahn’ übernommen, das vermutlich über aprov. carriera ‘Fahrweg, Straße’ auf spätlat. (via) *carrāria ‘Fahrweg’, eigentlich ‘(Straße) für Wagen’ (vgl. gleichbed. mlat. via carraria sowie spätlat. carrārius ‘Wagenbauer, Stellmacher’, zu lat. carrus ‘Wagen, Karren’, s. ↗Karre) zurückgeht. Gamillscheg ²194, der die Entlehnung aus aprov. carriera für unwahrscheinlich hält, führt das frz. Substantiv auf ital. carriera ‘Rennbahn, Lauf’, älter auch ‘Fahrstraße’ (dieses zu ital. carro ‘Karren, Wagen’, aber wohl gleichfalls dem Aprov. folgend) zurück. Als unmittelbare Entlehnung aus ital. carriera, das außerdem ‘schnellste Gangart des Pferdes’ bedeutet, erscheint Ende des 16. Jhs. Carriera, Carrera, später unter Einfluß von frz. carrière meist Carrier, Carrière, schließlich Karriere in der Bedeutung ‘gestreckter Galopp’. Karrieremacher m. ‘wer in rücksichtsloser Weise seinen beruflichen Aufstieg erkämpft’ (20. Jh.), aus der Wendung Karriere machen ‘beruflich schnell vorankommen, zu Einfluß und Ansehen gelangen’ (19. Jh.); Karrierist m. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ehrgeizler · ↗Ehrgeizling · Karrieremacher · ↗Karrierist · ↗Streber
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die zielstrebigsten, intelligentesten Karrieremacher fallen angesichts der Erfolgsdaten des Bundespräsidenten in dumpfe Resignation.
Süddeutsche Zeitung, 23.01.1998
Kein Karrieremacher strampelt sich ab, sondern das Mondgesicht eines unsicheren Aufsteigers erstarrt im Dauerlächeln.
Die Zeit, 02.03.1984, Nr. 10
Allein was erreicht wird, ist im besten Fall ein ehrenwerter Soldat oder guter Sportler, oft genug auch nur ein Streber und Karrieremacher.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2675
LIN Piao, dieser bourgeoise Karrieremacher, Verschwörer und Betrüger, betrieb seine Machenschaften in unserer Partei nicht nur ein Jahrzehnt, sondern mehrere Jahrzehnte lang.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1973]
Zitationshilfe
„Karrieremacher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Karrieremacher>, abgerufen am 18.10.2019.

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