Kanonier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kanoniers · Nominativ Plural: Kanoniere
Aussprache
WorttrennungKa-no-nier
HerkunftItalienisch
WortzerlegungKanone-ier
Wortbildung mit ›Kanonier‹ als Letztglied: ↗Ladekanonier
eWDG, 1969

Bedeutung

unterster Mannschaftsdienstgrad bei der Artillerie; Soldat der Artillerie, Soldat, der ein Geschütz bedient
Beispiel:
der ... die Bedienungssprüche eines Kanoniers, sowie die Geheimnisse der Ballistik auswendig lernen mußte [GrassKatz125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kanone · Kanonenfutter · Kanonade · Kanonier
Kanone f. ‘(schweres) Geschütz’. Im 16. Jh. wird ital. cannone m., vergrößernd zu ital. canna ‘Röhre, Rohr’ (lat. canna ‘kleines Schilfrohr, Röhre’, s. ↗Kanal) gebildet, ins Dt. übernommen. Bereits im 16. Jh. vollzieht sich der Bedeutungswandel von ‘großes Rohr’ zu ‘großes Geschütz’, und die als Femininum empfundene Form wird im Dreißigjährigen Krieg fester Bestandteil der Sprache, wobei ältere Bezeichnungen wie Kartaune, Feldschlange, Stück, Donnerbüchse verdrängt werden. Im 16. Jh. belegtes Canon m. beruht wohl auf Übernahme des ebenfalls aus dem Ital. entlehnten frz. canon m. Offensichtlich von Merkmalen wie ‘groß, durchschlagend, gewaltig’ ausgehend, entwickelt sich die moderne (20. Jh.) Übertragung ‘Sportgröße’, dann allgemein ‘Könner, As’. Kanonenfutter n. ‘Truppen, die im Krieg sinnlos geopfert werden’ (19. Jh.), nach engl. food for powder (Shakespeare). Kanonade f. ‘anhaltendes Geschützfeuer’ (17. Jh.), frz. canonnade (aus ital. cannonata). Kanonier m. ‘Artillerist’ (17. Jh.), für älteres Büchsenmeister, frz. canonnier.

Typische Verbindungen
computergeneriert

serbisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kanonier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Tore in 27 Spielen hat er geschossen, der einstige Kanonier vom Rhein.
Die Zeit, 14.06.2010, Nr. 24
Wenn man genauer hinüber sieht, dann kann man feststellen wie unsere Kanoniere arbeiten.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 12.09.1937, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Er habe nicht mehr als vierzehn schlafende Kanoniere gezählt und keinen Offizier darunter.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 443
Die aufgesessenen Kanoniere blicken ernst und übernächtigt unter ihren schweren Weltkriegs-Stahlhelmen hervor.
Der Spiegel, 14.08.1989
Die Kanoniere hießen K 1 bis K 9 und wurden vom Geschützführer befehligt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 125
Zitationshilfe
„Kanonier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kanonier>, abgerufen am 21.05.2019.

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