Kaninchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kaninchens · Nominativ Plural: Kaninchen
Aussprache
WorttrennungKa-nin-chen
HerkunftBaskisch → Französisch
Wortbildung mit ›Kaninchen‹ als Erstglied: ↗Kaninchenbau · ↗Kaninchenbraten · ↗Kaninchenfell · ↗Kaninchenfleisch · ↗Kaninchenhalter · ↗Kaninchenjagd · ↗Kaninchenstall · ↗Kaninchenzucht · ↗Kaninchenzüchter
eWDG, 1969

Bedeutung

sich stark vermehrendes, dem Hasen ähnliches Nagetier, das gesellig in Bauen lebt und seines Fleisches und Felles wegen als Haustier gehalten wird, Karnickel
Beispiele:
Kaninchen schießen, jagen, erlegen
die Kaninchen haben im Wald großen Schaden verursacht
Kaninchen halten, züchten
die Kaninchen füttern
ein Kaninchen schlachten, braten
ein weißes, schwarzes Kaninchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kaninchen n. hasenartiges Nagetier. Mnd. kanīn(e)ken, Deminutivum zu mnd. kanīn, gelangt mit hd. Deminutivsuffix -chen ins Omd. und wird durch Luthers Gebrauch in die Literatursprache (Caninchen, Caninichen, 16. Jh., Kaninchen, 17. Jh.) aufgenommen. Mnd. konīn und (mit vortonig verändertem Vokal) kanīn ist wie mnl. connijn, cunijn, nl. konijn entlehnt aus afrz. (besonders nordfrz.) con(n)in, das (mit Suffixwechsel) neben afrz. con(n)il steht, hervorgegangen aus lat. cunīculus ‘Kaninchen’, übertragen (im Hinblick auf den Kaninchenbau) ‘unterirdischer Gang’. Auf afrz. con(n)il beruht ahd. cǒnol (Hs. 12. Jh.), auf lat. cunīculus mhd. küniclīn, künglīn, frühnhd. Kun(i)glin, Künglīn, Künlīn (15. Jh.), Künlein (16. Jh., verbunden mit dem Deminutivsuffix mhd. -līn, nhd.-lein, s. d.) sowie (mit r-Einschub) md. Carnickelgen (17. Jh.), md. nordd. Karnickel. Da die Tiere ursprünglich auf der Pyrenäenhalbinsel und in Norditalien heimisch sind, stammt lat. cunīculus wohl aus einer nicht-ie. Sprache des Alpengebietes und der iberischen Halbinsel, also wahrscheinlich aus dem Ligur.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kaninchen · ↗Karnickel  ●  ↗Hase (vereinfachend)  ugs. · ↗Hauskaninchen  fachspr. · Kanin  fachspr. · Lapinchen (Eifeler Platt)  ugs. · ↗Mümmelmann  ugs., scherzhaft · Oryctolagus cuniculus (zool.)  fachspr. · ↗Wildkaninchen  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eichhörnchen Ente Fasan Fuchs Gans Geflügel Hamster Hase Huhn Hut Katze Katzen Kleintier Maus Meerschweinchen Pony Ratte Rebhuhn Schaf Schlange Schwein Taube Ziege Zylinder geschmort hoppeln hypnotisiert schlachten starren zaubern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kaninchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf ein anderes Kaninchen jedenfalls braucht keiner mehr zu hoffen.
Der Tagesspiegel, 03.06.2002
Er wäre gerne das Kaninchen gewesen, das aus dem Hut gezogen wird, sagt er.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.1994
Und die drei Hunde nagten an den Knochen des Kaninchens.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 38
Das weiße Kaninchen mit den roten Augen blickte unterm Bett hervor.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 119
Sie lassen sich sogar mit unseren gewöhnlichen Kaninchen nicht mehr kreuzen.
Petersen, Jes: Erde und Mensch, Berlin: Columbus-Verl. [1935] [1925], S. 68
Zitationshilfe
„Kaninchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kaninchen>, abgerufen am 14.11.2019.

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