Kamerad, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kameraden · Nominativ Plural: Kameraden
Aussprache
WorttrennungKa-me-rad
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Kamerad‹ als Erstglied: ↗Kameradin  ·  mit ›Kamerad‹ als Letztglied: ↗Arbeitskamerad · ↗Clubkamerad · ↗Jugendkamerad · ↗Klubkamerad · ↗Mannschaftskamerad · ↗Pappkamerad · ↗Spielkamerad · ↗Sportkamerad · ↗Sportskamerad · ↗Teamkamerad · ↗Wanderkamerad
eWDG, 1969

Bedeutung

jmd., der einem anderen durch gemeinsame Lebensumstände, besonders durch gemeinsamen Schulbesuch, gemeinsames Spiel, gemeinsamen Militärdienst, eng verbunden ist
Beispiele:
er ist ein guter, treuer, schlechter Kamerad
er wurde in der Schule, beim Spiel von seinen Kameraden ständig geneckt
er erkannte seinen ehemaligen, alten Kameraden
Bereit sein jetzt, Soldaten, Kameraden (= Kampfgenossen)! / Bereit sein trotz Verfolgung, Tod und Haft [WeinertRufe76]
Christoph Kroysing erlaubt sich gleich, den Herrn Leutnant und die Kameraden zu frischem Bohnenkaffee einzuladen [A. ZweigErziehung44]
Gefährte
Beispiele:
seine Frau war ihm stets ein guter Kamerad
der Hund war ein guter Kamerad des Försters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kamerad · Kameradschaft · kameradschaftlich
Kamerad m. ‘Gefährte’. Mit frz. camarade (aus span. camarada) konkurriert anfänglich (unter dem Einfluß von ital. camerata) die später aufgegebene Nebenform mfrz. frz. camerade, die im 16. Jh. in die dt. Militärsprache entlehnt wird. Auszugehen ist von lat. camera ‘gewölbte Decke, Gewölbe’, mlat. ‘Zimmer, Schlafraum’ (s. ↗Kammer), offenbar auch ‘eine Stube für Soldaten’, denn die roman. Ableitung bezeichnet die entsprechende kleine militärische Einheit, die ‘Korporalschaft’ (eigentlich ‘eine Stube voll Soldaten’), danach (unter Wandel vom fem. zum mask. Genus) das einzelne Mitglied, den ‘Soldaten, Gefährten im Zimmer, in der Armee’. Kamerad wird im Dreißigjährigen Krieg geläufig und bald auch allgemein für ‘Gefährte, Genosse’ verwendet. Kameradschaft f. ‘Freundschaft, Verbundenheit, Gemeinschaft’ (17. Jh.), dazu kameradschaftlich Adj. (19. Jh.) neben heute unüblichem kameradlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freund · ↗Gefährte · ↗Genosse · Getreuer · Kamerad · ↗Kumpan · Vertrauter  ●  ↗Gevatter  veraltet, scherzhaft · ↗Buddy  ugs., engl. · ↗Intimus  geh. · ↗Kollege  ugs. · ↗Kumpel  ugs. · ↗Spezi  ugs. · Spezl  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kamerad · ↗Kampfgenosse · ↗Waffenbruder
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Genosse · Kamerad · ↗Kollege  ●  ↗Sozius  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Sache · ↗Teil  ●  ↗Angelegenheit  ugs. · ↗Dings  ugs. · ↗Dingsbums  ugs. · ↗Eumel  ugs. · ↗Geschichte  ugs. · Kamerad  ugs. · Örnie  ugs.
Assoziationen
  • (ein) Trumm (von) · ↗Brocken · ↗Kaventsmann · Monster... · ↗Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · (ein) Ungetüm (von)  ugs. · ↗Apparillo  ugs., rheinisch · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · ↗Riesending  ugs. · ↗Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
  • Dinge · ↗Gimmick · Sachen · Utensilien · ↗Zeug  ●  ↗Gedöns  ugs. · ↗Pipapo  ugs. · Teile  ugs.
  • & Co. · ↗et cetera · oder Ähnliches · und Co. · und Konsorten · und so weiter und so fort · und viele(s) andere mehr · und Ähnliches mehr  ●  et cetera perge perge  lat. · ↗etc.  Abkürzung · ↗etc. pp.  Abkürzung · o. Ä.  Abkürzung · u. v. a. m.  Abkürzung · und so weiter  Hauptform · ↗usf.  Abkürzung · ↗usw.  Abkürzung · usw. usf.  Abkürzung · und haste nich gesehn  ugs. · und und und  ugs. · und wie sie alle heißen  ugs.
  • Passepartoutwort  fachspr. · Platzhalterwort  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feuerwehr Grab Kamerad Kameradin Lied Untergebener Vorgesetzter alt braun ehemalig einstig ermordet erschießen gefallen gefangen getötet gleichaltrig grüßen inhaftiert lieb männlich rächen tapfer tot trauern treu verletzt verwunden verwundet zurufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kamerad‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also geraten sie nicht in Rage über den Tod ihrer Kameraden.
Die Zeit, 11.05.2009, Nr. 19
Oder soll er als Kamerad offen vor der Klasse sprechen?
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 77
Gegenüber unseren Kameraden, die hier im Kampf gefallen sind, sind wir eine heilige Verpflichtung eingegangen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1982]
Er ging auch um zehn Uhr mit dem alten Kameraden eine Stunde weit mit in das junge Mondlicht hinein.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 747
Nun ersuche ich die Kameraden, die nicht hier schlafen, nach Hause zu gehen.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 108
Zitationshilfe
„Kamerad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kamerad>, abgerufen am 22.07.2019.

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