Kabuff, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kabuffs · Nominativ Plural: Kabuffe
Aussprache
WorttrennungKa-buff
HerkunftHerkunft unsicher
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich kleiner, fensterloser Raum, Nebenraum, Abstellkammer
Beispiele:
etw. im Kabuff abstellen
»Sie haben die Kühnheit, Bursche! ... Fort, sage ich, ins Kabuff [H. MannUnrat1,407]
landschaftlich, abwertend kleiner, dunkler (dumpfer) Raum
Beispiel:
in der Studierstube des Gelehrten ... die als ein jämmerliches, lichtarmes Kabuff gezeigt wird [Tageszeitung1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kombüse · Kabäuschen · Kabuff
Kombüse f. ‘Schiffsküche’. Mnd. kabūse, kabūs ‘Bretterverschlag, durch hölzerne Wände abgeteilter Raum, kleine Hütte’ (14. Jh.) begegnet wieder in frühnhd. (omd.) Kabuse ‘Verschlag, Hütte auf einem Schiff’ (15. Jh.) und in mnl. cabūse ‘Vorratskammer, Küche auf einem Schiff’. Eingeschobenes m zeigt nl. kombuis (um 1600), woraus nd. Combuis (1. Hälfte 17. Jh.), Combüse, Combuse, Kambüse ‘abgeteilter kleiner Raum, Schiffsküche’ (18. Jh.). Herkunft ungewiß. Man denkt im Hinblick auf nd. Kabūs ‘Kerngehäuse im Obst’ an eine Zusammensetzung mit mnd. hūs ‘Haus’. Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 307 hält Herkunft aus spätlat. capanna ‘Hütte’, der Ausgangsform von ↗Kabine (s. d.), für wahrscheinlich, dessen zweiter Wortbestandteil als Suffix aufgefaßt wurde und spielerischem Suffixtausch unterlag. Zur Form Kabuse (s. oben) gehört das Deminutivum Kabäuschen n. ‘kleiner Raum, Dachkammer’ (20. Jh.). Kabuff n. ‘kleiner, enger, dunkler Raum’, zuerst nd. (um 1800). Vielleicht hervorgegangen aus nd. Kabūse (s. oben) unter Einflußvon nl. kombof ‘kleiner, heizbarer Schuppen’? Weitere Herkunft unbekannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellkammer · ↗Abstellraum · ↗Besenkammer · ↗Putzkammer · ↗Putzraum  ●  Kabuff  ugs. · ↗Kabäuschen  ugs. · ↗Rumpelkammer  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Kammer · ↗Stube  ●  ↗Raum  Hauptform · ↗Zimmer  Hauptform · ↗Bude  ugs. · ↗Gelass  geh. · ↗Gemach  geh., veraltend · ↗Kabinett  geh., österr. · Kabuff  ugs., abwertend · ↗Loch  ugs., abwertend · ↗Rumpelkammer  ugs., abwertend · ↗Räumlichkeit  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

dunkel eng fensterlos hocken klein sitzen winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kabuff‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie ein gefangener Hase sitzt Fritz Peschel in seinem winzigen Kabuff, um Ringe und Armreifen zu gravieren.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 328
Der Dealer hat jemanden in einem Kabuff eingesperrt, aber was soll man tun?
Die Welt, 07.12.2002
Ein Polizist liest in seinem Kabuff am Rande der Straße.
Die Zeit, 07.03.2007, Nr. 11
Nur Dolly litt 80 Meter entfernt in seinem Kabuff "tausend Tode".
Bild, 22.10.2005
Nur zu den Filmtagen kehrt er in sein Kabuff zurück.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2001
Zitationshilfe
„Kabuff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kabuff>, abgerufen am 25.04.2019.

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