Künstler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Künstlers · Nominativ Plural: Künstler
Aussprache
WorttrennungKünst-ler
Wortbildung mit ›Künstler‹ als Erstglied: ↗Künstlerallüre · ↗Künstleratelier · ↗Künstlerberuf · ↗Künstlerdasein · ↗Künstlereitelkeit · ↗Künstlergage · ↗Künstlerhand · ↗Künstlerin · ↗Künstlerkalender · ↗Künstlerkneipe · ↗Künstlerkollektiv · ↗Künstlerkolonie · ↗Künstlerkreis · ↗Künstlerleben · ↗Künstlerlocke · ↗Künstlermonogramm · ↗Künstlermähne · ↗Künstlername · ↗Künstlernatur · ↗Künstlerparty · ↗Künstlerpech · ↗Künstlerpersönlichkeit · ↗Künstlerportrait · ↗Künstlerporträt · ↗Künstlerpostkarte · ↗Künstlerroman · ↗Künstlertick · ↗Künstlertum · ↗Künstlerverband · ↗Künstlerviertel · ↗Künstlerwohnung · ↗Künstlerzimmer · ↗künstlerisch
 ·  mit ›Künstler‹ als Letztglied: ↗Aktionskünstler · ↗Auchkünstler · ↗Ausnahmekünstler · ↗Balancekünstler · ↗Ballkünstler · ↗Bartkünstler · ↗Baukünstler · ↗Berufskünstler · ↗Bühnenkünstler · ↗Circuskünstler · ↗Drahtseilkünstler · ↗Filmkünstler · ↗Fotokünstler · ↗Fäkalkünstler · ↗Gesangskünstler · ↗Haarkünstler · ↗Hungerkünstler · ↗Kartenkünstler · ↗Klavierkünstler · ↗Konzeptkünstler · ↗Laienkünstler · ↗Lebenskünstler · ↗Nachwuchskünstler · ↗Rechenkünstler · ↗Schwarzkünstler · ↗Tausendkünstler · ↗Tonkünstler · ↗Trapezkünstler · ↗Trickkünstler · ↗Unterhaltungskünstler · ↗Verwandlungskünstler · ↗Videokünstler · ↗Volkskünstler · ↗Vortragskünstler · ↗Zauberkünstler · ↗Zirkuskünstler · ↗Überlebenskünstler
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmd., der (beruflich) Kunstwerke schafft oder künstlerisch interpretiert
Beispiele:
ein bedeutender, bekannter, begnadeter, genialer, moderner, wahrer, echter, berufener, eigenwilliger Künstler
gehoben ein begnadeter Künstler
er ist freischaffender, ausübender Künstler
er galt als ein großer Künstler
er ist zum Künstler geboren
zum Künstler heranreifen
Ein Künstler lebt und webt in seiner Kunst [Grillp.Weh demII]
a)
Schöpfer eines Kunstwerkes
Beispiele:
ein bildender Künstler
Bildhauer, Maler, Dichter, Komponisten sind Künstler
das Gemälde eines unbekannten Künstlers
der Künstler hat den alten Stoff in seiner Dichtung neu beseelt
b)
jmd., der beruflich ein Werk der darstellenden Kunst oder der Musik künstlerisch interpretiert
Beispiele:
ein darstellender Künstler
Schauspieler, Sänger, Musiker sind Künstler
prominente, namhafte Künstler konnten für Gastspiele an der Staatsoper gewonnen werden
der Künstler ist ans Theater in B engagiert worden
der Künstler erhielt ein Engagement beim Film
jedes Auftreten des Künstlers war ein Triumph
jmd., der beruflich artistisch tätig ist
Beispiele:
er ist Künstler beim Zirkus, Varieté
der Künstler erhielt für seine Nummer auf dem Trapez großen Beifall
2.
jmd., der auf einem bestimmten Gebiet außergewöhnliche Fertigkeit, Geschicklichkeit erlangt hat
Beispiele:
er ist ein Künstler in seinem Fach, im Schlittschuhlaufen
er ist im Kartenspielen ein wahrer Künstler
ich sei in der Drechslerei ein Künstler geworden [BebelAus meinem Leben39]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kunst · künsteln · gekünstelt · erkünstelt · Künstler · künstlerisch · künstlich · Kunststück
Kunst f. ‘schöpferische und gestalterische Fähigkeit der Gesellschaft, vornehmlich ihrer mit besonderen Begabungen ausgestatteten Vertreter, Überlieferung und Produkte dieser Fähigkeit’ (nach Gattung und Epoche näher bestimmbar, vgl. Bau-, Dichtkunst, bildende Kunst, Kunst der Antike), dann auch ‘Gemachtes’ im Gegensatz zu Natur (bereits 16. Jh.), ‘industrielles Erzeugnis’ im Gegensatz zum Naturprodukt (vgl. Kunstdünger, 19. Jh., Kunsthonig, Kunstseide, Kunststoff, 20. Jh.). Als Verbalabstraktum mit sti-Suffix (s. auch ↗Gunst) zu dem unter ↗können (s. d.) dargestellten Verb ist ahd. kunst (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. kunst, mnl. const von umfassender Bedeutung und bezeichnet zunächst ‘Wissen, Kenntnis’ (vgl. mhd. nāch mīner kunst ‘soviel ich weiß’), ‘menschliche Befähigung, Fertigkeit, Kompetenz’ unabhängig von ästhetischem Anspruch (vgl. schwarze Kunst, mhd. swarze kunst, Kochkunst, 16. Jh., Staatskunst, 17. Jh., Heilkunst, 18. Jh., sowie das ist keine Kunst ‘das ist ganz einfach’). Kunst steht auch im Sinne von ‘Wissenschaft’ (vgl. die theologei sei mer ein erfarung und empfindnus dann ein kunst, 16. Jh.). Vorbereitet durch Komposita wie Malkunst (17. Jh.), das Aufkommen von Wissenschaft (s. ↗wissen) als Bezeichnung einer gelehrten Disziplin und durch den Begriff der schönen Künste, auch schöne Wissenschaften und Künste, bildet sich, gefördert durch Batteux’ Schrift „Les beaux-arts“ (1746) und das Wirken der deutschen Klassiker, die heutige Auffassung heraus. künsteln Vb. ‘Künste, Fertigkeiten ausüben, experimentieren’ (16. Jh.), ‘künstlich herstellen’ (18. Jh.). Über das 19. Jh. hinaus gültig bleibt nur das Part.adj. gekünstelt ‘unnatürlich, unecht’; vgl. auch gleichbed. erkünstelt (18. Jh.). Künstler m. ‘Schöpfer, Interpret von Kunstwerken’ (18. Jh.), zuvor ‘Gelehrter, auf einem bestimmten Gebiet Bewanderter, Kenner’ (16. Jh.), vgl. gleichbed. mhd. kunster, künster, später auch künstener; dazu künstlerisch Adj. (18. Jh.). künstlich Adj. ‘nachgemacht, nicht natürlich’, mhd. künstlich ‘Verständnis, Weisheit bekundend, klug, geschickt’; vgl. mhd. künstic, künstec, kunstic ‘mit Kunst begabt, verständig, klug’, ahd. kunstīg (9. Jh.), unkunstīg (8. Jh.). Kunststück n. ‘Meisterstück, gekonnt ausgeführte Leistung’, auch ‘Gaukelei, Zauberei’ sowie ‘Kunstwerk’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
...macher · Kunstschaffender · ↗Könner · Künstler · ↗Schöpfer (von Kunst)
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Künstler
Zitationshilfe
„Künstler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Künstler>, abgerufen am 23.05.2019.

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