Kümmel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kümmels · Nominativ Plural: Kümmel
Aussprache
WorttrennungKüm-mel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kümmel‹ als Erstglied: ↗Kümmelbrot · ↗Kümmelbrötchen · ↗Kümmelkorn · ↗Kümmelkäse · ↗Kümmelschnaps · ↗Kümmelspalter · ↗Kümmeltürke · ↗Kümmelöl
 ·  mit ›Kümmel‹ als Letztglied: ↗Doppelkümmel · ↗Feldkümmel · ↗Kreuzkümmel
 ·  mit ›Kümmel‹ als Grundform: ↗kümmeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
als Gewürzpflanze und Arzneipflanze angebautes, auf Wiesen und an Wegrändern wildwachsendes, zweijähriges Doldengewächs mit feingeteilten Blättern, weißen bis rosa Blüten und ätherische Öle enthaltenden kleinen graubraunen Früchten
2.
nur im Singular
als Gewürz verwendete Früchte von 1
Beispiele:
der Käse, die Wurst ist mit Kümmel gewürzt
Kümmel ins Brot backen
3.
mit Kümmelkörnern oder mit Zusatz von Kümmelöl hergestellter Branntwein, Kümmelschnaps
Beispiele:
eine Flasche Kümmel
Herr Ober, bitte zwei (Glas) Kümmel!
einen Kümmel trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kümmel · Köhm · Köm · kümmeln · Kümmeltürke
Kümmel m. Gewürzpflanze, deren als Gewürz dienende Samenkörner sowie ein mit Kümmel aromatisiertes alkoholisches Getränk. Der Ursprung der Pflanze und ihres Namens liegt im Orient. Als Vorstufen von griech. kýmīnon (κύμινον) kommen semit. Formen wie arab. kammūn, hebr. kammōn in Frage. Ahd. kumi, kumin (9. Jh.), mhd. kumin, mnd. kȫme(n), kāme, kȫmel, kömmel, nd. Kömen, Kömel, verkürzt Köhm, Köm m. ‘Kümmel(schnaps)’ ist entlehnt aus dem aus dem Griech. stammenden lat. cumīnum, cymīnum. Die heute im Dt. allein übliche Form mit auslautendem, durch Dissimilation entstandenem -l ist bereits ahd. belegbar, vgl. ahd. kumil (11. Jh.). kümmeln Vb. ‘Kümmelschnaps (nd. Köhm, s. oben) trinken’, dann allgemein ‘zechen, dem Alkohol kräftig zusprechen’ (18. Jh.). Kümmeltürke m. ‘Spießer, Angeber’, burschikoser Ausdruck für einen Studenten aus der Kümmeltürkei, wie die Gegend um Halle, die als besonderes Anbaugebiet für Kümmel galt, scherzhaft genannt wurde (18. Jh.). Danach allgemeines Schimpfwort, aber auch in der Wendung arbeiten wie ein Kümmeltürke ‘schwer arbeiten, schuften’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kümmel [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anis Bier Dill Essig Fenchel Ingwer Kardamom Kartoffel Knoblauch Koriander Korn Lorbeer Majoran Minze Paprika Pfeffer Salz Senf Zimt Zwiebel anbauen bestreuen dazugeben gehackt gemahlen kochen schmecken trinken würzen zugeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kümmel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein eigenes Budget hat Kümmel nicht, ergo gibt es auch keine Gagen.
Die Zeit, 24.03.2008 (online)
Kümmel wies darauf hin, daß Energie im Gegensatz zur Arbeit "sehr gering" besteuert werde.
Süddeutsche Zeitung, 02.12.1997
Du rätst mir, eventuell einmal eine Flasche Kümmel zu trinken.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die geschälten Zwiebeln in Scheiben schneiden, mit Kümmel bestreuen und in dem erhitzten Öl dünsten.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 29
Man kocht einige Sellerieblätter mit oder schmeckt hinterher mit Kümmel und Salz ab.
Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 27
Zitationshilfe
„Kümmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kümmel>, abgerufen am 23.07.2019.

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