Jungfer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Jungfer · Nominativ Plural: Jungfern
Aussprache
WorttrennungJung-fer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Jungfer‹ als Erstglied: ↗Jungfernboden · ↗Jungfernbraten · ↗Jungfernfrüchtigkeit · ↗Jungfernhering · ↗Jungfernhäutchen · ↗Jungfernkranich · ↗Jungfernkranz · ↗Jungfernrebe · ↗Jungfernschaft · ↗Jungfernstand · ↗Jungfernstieg · ↗Jungfernwachs · ↗Jungfernzeugung · ↗Jungfernzwinger · ↗jungferhaft · ↗jungfernhaft
 ·  mit ›Jungfer‹ als Letztglied: ↗Brautjungfer · ↗Kammerjungfer · ↗Kranzjungfer · ↗Küchenjungfer · ↗Wasserjungfer
 ·  mit ›Jungfer‹ als Grundform: ↗jungfern-  ·  formal verwandt mit: ↗entjungfern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
veraltend, spöttisch ältere, unverheiratet gebliebene, kleinliche und zimperliche Person weiblichen Geschlechts
Beispiele:
eine alte Jungfer werden, bleiben
eine betagte, empfindliche Jungfer
bildlich
Beispiel:
Botanik Jungfer im Grünen (= Zierpflanze mit bläulichweißen Blüten, die von einer vielzipfeligen grünen Hülle umgeben sind)
2.
veraltet Fräulein
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaft Jungfer Naseweis (= vorwitziges Mädchen)
Guten Tag, Jungfer Klara [HebbelMaria MagdaleneII 3]
3.
veraltet Dienstmädchen, Zofe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Jungfer · Brautjungfer · Jungfernrede
Jungfer f. heute nur in psychologisch wertendem Sinne für ‘(ältere, unverheiratete) empfindliche, zimperliche, prüde Frau’. Mhd. juncvrouwe wird durch Konzentration der Betonung auf dem ersten Kompositionsglied zu spätmhd. juncfer (14. Jh.) verkürzt und gilt (wie Jungfrau, s. ↗jung) für die unverheiratete Dame ritterlichen Standes, wird bald zur Bezeichnung der unverheirateten Tochter, später der unverheirateten bürgerlichen Frau (auch in der Anrede) sowie des sexuell unberührten Mädchens, vgl. entjungfern, Jungfernschaft (17. Jh.). Abschätziger Sinn entwickelt sich daneben bereits im 17. Jh. (jüngferlich ‘prüde, zimperlich’, alte Jungfer). Die Bedeutung ‘Dienerin, Zofe’ (erhalten in Kammerjungfer, 15. Jh.) stammt aus dem Brauch, daß junge Mädchen adligen Damen aufwarten. Brautjungfer f. ‘ledige Freundin oder Verwandte der Braut als Begleiterin im Hochzeitszug’ (18. Jh.). Jungfernrede f. ‘erste öffentliche Rede eines Parlamentsmitglieds’ (Anfang 19. Jh.), nach engl. maidenspeech.

Thesaurus

Synonymgruppe
Jungfrau  ●  Juffer  ugs., regional · Jungfer  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Bischofsberg Dieb Grüne Schwester Witwe alt alternd arm bigott enden fromm grün heiraten schrullig verbittert verhärmt vertrocknet ältlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jungfer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das klingt ja fast nach alter Jungfer - sind Sie nicht mehr vermittelbar?
Bild, 02.12.2004
Aber wenn man damals zu lange gewartet hat, galt man als alte Jungfer.
Der Tagesspiegel, 20.12.2003
Wenn der Freier kommt, solle er zuerst mit der Jungfer sprechen.
Fath, Rolf: Werke - P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 21838
Eva gleicht seit einiger Zeit eher einer hysterischen alten Jungfer als einem netten jungen Mädchen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 429
Aus Protest gegen sie schien Anne eine alte Jungfer werden zu müssen.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 11
Zitationshilfe
„Jungfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Jungfer>, abgerufen am 14.10.2019.

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