Ironie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ironie · Nominativ Plural: Ironien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungIro-nie (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

spöttisch-kritische Geisteshaltung, die sich in der fingierten Annahme eines der wirklichen Meinung des Autors entgegengesetzten, oder wesentlich von dieser abweichenden Standpunktes äußert, was jedoch zu erkennen gegeben wird
Beispiele:
eine bittere, bissige, feine, heitere, schneidende, überlegene, brillante Ironie
etw., jmdn. mit Ironie behandeln
er sagte das ohne (jede) Ironie
er überhörte die Ironie in ihren Worten
ein Buch, Schauspiel voller Ironie
die Ironie des Schicksals
Beispiel:
es war (wie) eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet einem weitgereisten Manne der Gewinn einer Weltreise zufiel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ironie · ironisch · ironisieren
Ironie f. ‘hinter scheinbarem Ernst versteckter Spott, Äußerung, die das Gegenteil des Gemeinten ausdrückt’, im 18. Jh. entlehnt aus lat. īrōnīa, griech. eirōné͞ia (εἰρωνεία) ‘erheuchelte Unwissenheit, Verstellung, feiner Spott’, abgeleitet von griech. é͞irōn (εἴρων) ‘wer sich unwissend stellt, sich verstellt’; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu griech. é͞irō (εἴρω) ‘ich sage’. ironisch Adj. ‘mit feinem verstecktem Spott’, entlehnt (vielleicht schon in ironis, 16. Jh.) aus lat. īrōnicus, griech. eirōnikós (εἰρωνικός). ironisieren Vb. ‘ironisch ausdrücken’ (19. Jh.), nach frz. ironiser.

Thesaurus

Synonymgruppe
(feiner) Spott · ↗Doppeldeutigkeit · gespielte Ernsthaftigkeit · gespielter Ernst  ●  Ironie  Hauptform · ↗Spöttelei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Geschichte Hauch Humor Komik Melancholie Pathos Prise Sarkasmus Satire Scherz Schicksal Selbstironie Spott Witz Zynismus beißend bissig bitter bös entbehren fein gewiss leise mild postmodern romantisch sanft subtil tragisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ironie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein bißchen Ironie hätte ich auch von den Künstlern erwartet.
Die Welt, 08.02.2005
Vielleicht ist dieser Verehrung Ironie beigemischt, man weiß es nicht genau.
Der Tagesspiegel, 30.12.2002
Mit der Ironie, mit der sie den Methoden der Alten gern begegnet, ist es freilich nicht getan.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 267
Ihre immer wache Lust zur Ironie hatte ihr den Ruf eingetragen, eine geistreiche Frau zu sein.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 133
Du bist berühmt wie jener Turm von Pisa, dein Lächeln gilt für Ironie.
Tucholsky, Kurt: Das Lächeln der Mona Lisa. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 17948
Zitationshilfe
„Ironie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ironie>, abgerufen am 17.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Irokesin
Irokesenschnitt
Irokesenfrisur
Irokese
irländisch
Ironiker
Ironikus
ironisch
ironischerweise
ironisieren