Investitur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Investitur · Nominativ Plural: Investituren
Aussprache
WorttrennungIn-ves-ti-tur
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben Einsetzung in das Amt
Beispiele:
morgen findet die feierliche Investitur des Rektors der Universität statt
die Investitur eines katholischen Pfarrers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

investieren · Investitur · Investition
investieren Vb. ‘in ein Amt einsetzen, mit den Zeichen der Amtswürde bekleiden’, spätmhd. investieren ‘feierlich einsetzen’ (14. Jh.), aus lat. investīre ‘bekleiden’, mlat. ‘in ein Amt einsetzen’ (also wohl ‘mit einem feierlichen Gewand, dem Zeichen der Amtswürde, bekleiden’); vgl. lat. vestis ‘Kleid, Gewand’ (s. ↗Weste). Dazu Investitur f. ‘Einsetzung in ein (kirchliches) Amt, einen Besitz’, historisch vor allem ‘Einsetzung eines Bischofs’ durch Papst oder Kaiser (vgl. Investiturstreit), spätmhd. investitūr (14. Jh.), mlat. investitura ‘Einkleidung, Einsetzung’. Dagegen geht die erst im 19. Jh. im Dt. nachgewiesene Bedeutung ‘Kapital nutzbringend anlegen’ auf gleichbed. ital. investire (gleicher Herkunft) zurück (vielleicht über das aus dem Ital. entlehnte engl. to invest). Möglicherweise beruht diese Übertragung auf der Vorstellung ‘dem Geld ein anderes Gewand, d. h. eine andere Erscheinungsform geben’. Investition f. ‘Kapitalanlage’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Amtseinführung · ↗Amtseinsetzung · ↗Besetzung · ↗Einführung · ↗Einsetzung  ●  ↗Inauguration  geh. · ↗Installation  geh. · Investitur  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Bischof Nationalversammlung Papst Prinz Ring Stab feierlich verweigern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Investitur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Investitur durch das Volk, von der er noch immer träumt, ist ihm nach wie vor versagt geblieben.
BZ am Abend, 19.06.1958
Schon vor der unvermeidlichen Investitur des Generals funktionierte das parlamentarische System nicht mehr normal.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1958]
Er schlug seinerseits vor, der König solle auf die Investitur verzichten, dann werde die Kirche ihren weltlichen Besitz dem Reich zurückgeben.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7324
Ebenso wußte er das Bistum vor der sächsischen Investitur zu schützen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 371
Da die Investitur zugleich das Amt übertrug, hatten diesbezügliche Zahlungen zumindest einen simonistischen Beigeschmack.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 4372
Zitationshilfe
„Investitur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Investitur>, abgerufen am 19.10.2019.

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