Indifferenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Indifferenz · Nominativ Plural: Indifferenzen
Aussprache
WorttrennungIn-dif-fe-renz
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Unentschiedenheit, Gleichgültigkeit
Beispiele:
politische, nationale Indifferenz
Denn der Zustand der Indifferenz ... hatte nicht immer ihr Leben beherrscht [MusilMann772]
2.
Chemie Reaktionslosigkeit unter gewissen Bedingungen
Beispiele:
die Indifferenz der Edelgase
der Stoff zeigt eine chemische Indifferenz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

indifferent · Indifferenz
indifferent Adj. ‘unbestimmt, gleichgültig, teilnahmslos’, Entlehnung des 17. Jhs. von gleichbed. frz. indifférent oder unmittelbar aus lat. indifferēns (Genitiv indifferentis) ‘keinen Unterschied habend, gleichgültig’, präfigiertem (s. ↗in- ‘un-’) Part. Präs. zu lat. differre ‘auseinandertragen, sich unterscheiden, verschieden sein’. Indifferenz f. ‘Unbestimmtheit, Gleichgültigkeit’ (18. Jh.), frz. indifférence ‘Gleichgültigkeit’, lat. indifferentia ‘Gleichheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Apathie · ↗Desinteresse · ↗Gleichgültigkeit · ↗Gleichmut · Indifferenz · ↗Interessenlosigkeit · ↗Lethargie · ↗Passivität · ↗Phlegma · ↗Saumseligkeit · ↗Teilnahmslosigkeit · ↗Trägheit · ↗Untätigkeit  ●  Abnegation  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnung Beliebigkeit Gleichgültigkeit Ignoranz Kälte Mischung Neutralität Toleranz Trägheit Zone emotional erschreckend ethisch ideologisch kennzeichnen kosmisch merkwürdig moralisch münden relativ religiös scheinbar schöpferisch total umschlagen verwechseln vollkommen völlig wachsend wohlwollend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Indifferenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dem traditionell katholischen Land wurde dadurch eines der Indifferenz.
Die Zeit, 20.04.2006, Nr. 17
Zugleich aber rechnet sie auch ebenso bewußt mit der Indifferenz dieser Mächte gegen alle höhere Überformung.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 897
Dasein existiert je in einem dieser Modi, bzw. in der modalen Indifferenz ihrer.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 46
Zum Schutze schiebt es negative Gefühlsurteile vor oder eine auffallende Indifferenz.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 420
Auch wenn die alte Unendlichkeit zur Indifferenz des in sich ruhenden Seins geworden ist, zur wesentlichen Einsamkeit, riecht es nach gottloser Theologie.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 25
Zitationshilfe
„Indifferenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Indifferenz>, abgerufen am 23.04.2019.

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