Inbrunst, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Inbrunst · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungIn-brunst (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

tiefes, leidenschaftliches Gefühl, alle Seelenkraft
Beispiele:
die Inbrunst seiner Liebe, seines Glaubens
mit Inbrunst an jmdm. hängen
etw. mit (großer, heftiger, tiefer, sehr viel) Inbrunst ersehnen, erhoffen
wo eine keusche, zarte, blonde Frau voll zärtlicher Inbrunst zum Geliebten sah [C. Hauptm.Einhart1,143]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunst · Feuersbrunst · Brunstzeit · brünstig · Inbrunst · inbrünstig
Brunst f. ‘Begattungstrieb, -zeit’, ahd. brunst ‘Brand, Glut, Hitze’ (9. Jh.), mhd. brunst auch übertragen ‘geistige und sinnliche Erregung, Begattungszeit’, nl. bronst, vgl. auch got. -brunsts in alabrunsts ‘Brandopfer’, sind Abstraktbildungen auf -ti- (germ. *brundti-) zu dem in got. ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, leuchten’ erhaltenen starken Verb, das jedoch in nhd. Zeit untergegangen und von ↗brennen (s. d.) abgelöst ist. Das eingeschobene -s- bleibt dabei freilich unerklärt. Die frühe Bedeutung ‘Brand, Glut, Hitze’ verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in der Zusammensetzung Feuersbrunst f. (16. Jh.) erhalten. Der übertragene Gebrauch ‘Begattungstrieb, -zeit’ entsteht vielleicht unter dem Einfluß von lautlich anklingendem mhd. brunft, nhd. ↗Brunft (s. d.); dazu auch Brunstzeit f. ‘Begattungszeit’ (16. Jh.); brünstig Adj. ‘begattungsbereit’, mhd. brünstec. An die Verwendung ‘geistige, sinnliche Erregung’ schließen an Inbrunst f. ‘tiefes Gefühl, starke Seelenkraft’, mhd. inbrunst ‘innere Glut’, in der Mystik ‘inneres Brennen gegenüber Gott’; inbrünstig Adj. ‘heiß verlangend, leidenschaftlich’, mhd. inbrünstec.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eifer · ↗Einsatz · ↗Engagement · ↗Hingabe · ↗Hingebung · ↗Schaffensfreude · ↗Tatendrang  ●  Inbrunst  geh.
Unterbegriffe
  • übertriebener Eifer  ●  ↗Biereifer  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brunst Hingabe besingen beten deklamieren fanatisch fromm gleich gläubig glühend hassen hingeben intonieren masochistisch missionarisch mitgesingen mitsingen mystisch patriotisch religiös rührend schmettern singen trällern verachten verehren verzehrend voll vortragen zelebrieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Inbrunst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei manchen, die daran teilnehmen, darf man religiöse Inbrunst als Motivation sicherlich verneinen.
Die Welt, 07.04.2005
Unter allen Göttern hat sie ihn immer mit besonderer Inbrunst verehrt.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 54
Mit Inbrunst stürzten sich bald auch die Schriftsteller auf die Geschicke der unteren Stände.
Der Tagesspiegel, 16.04.1999
Ich beugte mich wieder schweigend über die Arbeit, sägte jetzt mit Inbrunst.
Sparschuh, Jens: Der Zimmerspringbrunnen, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1995, S. 119
Sie hob den Kopf und sah ihm mit aller Inbrunst in die Augen.
Huch, Friedrich: Pitt und Fox, München: Langewiesche-Brandt 1910 [1909], S. 86
Zitationshilfe
„Inbrunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Inbrunst>, abgerufen am 20.05.2019.

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