Impfung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Impfung · Nominativ Plural: Impfungen
WorttrennungImp-fung
Wortbildung mit ›Impfung‹ als Letztglied: ↗Erstimpfung · ↗Grippeimpfung · ↗Heilimpfung · ↗Malariaimpfung · ↗Massenimpfung · ↗Mehrfachimpfung · ↗Pflichtimpfung · ↗Pockenimpfung · ↗Polioimpfung · ↗Salkimpfung · ↗Schluckimpfung · ↗Schutzimpfung · ↗Simultanimpfung · ↗Tetanusimpfung · ↗Wiederholungsimpfung · ↗Wiederimpfung · ↗Zweitimpfung
eWDG, 1969

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von impfen (Lesart 1–3)
entsprechend der Bedeutung von impfen (Lesart 1)
Beispiele:
das Bekämpfen der Infektionskrankheiten durch eine Impfung
die Einführung der Impfung
zur Impfung gehen, erscheinen
die Kleinkinder wurden zur Impfung gebracht
eine Impfung vornehmen
von einer Impfung absehen, Abstand nehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

impfen · Impfung · Impfling
impfen Vb. ‘Krankheitserreger in abgeschwächter Form bzw. Schutzstoffe zur Immunisierung in den Körper einspritzen bzw. in die Haut einritzen, veredeln, pfropfen’. Bei der Berührung mit der römischen Kultur lernen die Germanen das Veredeln und Pfropfen von Obstgehölzen und übernehmen mit der Sache die Bezeichnung. Ahd. imphōn ‘pflanzen’ (Hs. 12. Jh.; vgl. älteres anaimphōn in der übertragenen Bedeutung ‘hineinfügen, -bringen’, 9. Jh.), mhd. impfen ‘pfropfen’ ist (nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 276 ff.) entlehnt aus einem für Ostfrankreich vorauszusetzenden vlat. *imp(ə)āre (vgl. ostafrz. emper), synkopiert aus vlat. *impodāre, einer jüngeren Variante von vlat. *imputāre ‘ein Pfropfreis einsetzen, veredeln’, die ihrerseits auf griech. emphyté͞uein (ἐμφυτεύειν) ‘einpfropfen’, zu phyté͞uein (φυτεύειν) ‘pflanzen’ beruhen. Das gleichbed. engl. to inoculate (zum Part. Perf. lat. inoculātus von inoculāre ‘okulieren’, vgl. lat. oculus ‘Auge’) wird im 18. Jh. mit der Erfindung der Blatternschutzimpfung medizinischer Ausdruck für das zur Erzeugung von Abwehrstoffen vorgenommene Einbringen von Krankheitserregern in den Körper. Für dieses Verfahren tritt im Dt. in der 2. Hälfte des 18. Jhs. das Verb impfen ein, das das entlehnte und anfänglich vorherrschende inokulieren zurückdrängt. Impfung f. ‘Pfropfung, Veredelung’, ahd. imphunga (Hs. 12. Jh.); ‘Einritzung, Einspritzung von Krankheiterregern’ (18. Jh.), vgl. engl. inoculation. Impfling m. ‘Pfropfreis’ (16. Jh.), ‘wer gegen Krankheiten gerade geimpft oder zu impfen ist’ (19. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Immunisation · ↗Immunisierung · Impfung · ↗Schutzimpfung  ●  ↗Vakzination  fachspr. · ↗Vakzinierung  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allergie Cholera Diphtherie Gebärmutterhalskrebs Gelbfieber Grippe Hepatitis Hirnhautentzündung Infektionskrankheit Keuchhusten Kinderlähmung Klauenseuche MKS Malariaprophylaxe Maser Mumps Nebenwirkung Pocken Polio Röteln Tetanus Tollwut Typhus Vorsorgeuntersuchung auffrischen empfohlen flächendeckend prophylaktisch vorbeugend vorsorglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Impfung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen Hepatitis B ist eine Impfung verfügbar, gegen Hepatitis C bislang nicht.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1999
Brandenburgische Ärzte rechneten Impfungen von Patienten ab, die längst verstorben waren.
Bild, 25.02.2002
Deshalb ist auch eine Impfung vom vergangenen Winter nicht mehr sicher wirksam.
Der Tagesspiegel, 12.01.1999
Normalerweise wären dazu häufige Impfungen mit immer stärkeren Konzentrationen des Proteins nötig gewesen.
o. A.: Medizin. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Eine Impfung ist nicht ohne Risiken und schützt nur ein halbes Jahr lang.
o. A. [ur.]: Typhus. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1974]
Zitationshilfe
„Impfung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Impfung>, abgerufen am 23.05.2019.

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