Imagination, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Imagination · Nominativ Plural: Imaginationen
Aussprache
WorttrennungIma-gi-na-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

Einbildung, (irrige) Vorstellung
Beispiele:
das ist bloße Imagination!
unter einer Imagination leiden
(künstlerische) Einbildungskraft
Beispiel:
Jedes Projekt, das literarische wie das kommerzielle, erregt ... seine ständig gespannte Imagination [St. ZweigBalzac94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

imaginär · Imagination
imaginär Adj. ‘nur in der Einbildung bestehend, nicht wirklich’. Gleichbed. frz. imaginaire (nach lat. imāginārius ‘zum Bild gehörig, nur in der Vorstellung bestehend’, Ableitung von lat. imāgo ‘Bild, Abbild, Vorstellung’) wird von Descartes in die Sprache der Mathematik eingeführt und im 18. Jh. in der Fügung imaginäre Zahl ‘komplexe Zahl, die nicht real ist’ im Dt. geläufig. Der allgemeine Gebrauch im Sinne von ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’ setzt, ebenfalls nach frz. Vorbild, erst im 19. Jh. ein. Imagination f. ‘Einbildungskraft’ (19. Jh.), frz. imagination (lat. imāginātio, Genitiv imāginātiōnis, ‘Einbildung, Vorstellung’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Einbildung · Geistesbild · Imagination · ↗Vision · ↗Vorstellung
Assoziationen
  • optische Täuschung · visuelle Illusion
Synonymgruppe
Einbildungskraft · ↗Fantasie · Imagination · ↗Phantasie · ↗Vorstellungsvermögen
Unterbegriffe
  • (eine) ins Kraut schießende Phantasie · blühende Phantasie · lebhafte Phantasie · rege Einbildungskraft · überbordende Fantasie
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Assoziation Betrachter Geschöpf Intuition Phantasie Realität Reflexion Sprungbrett Visualisierung Wirklichkeit Zwischenreich befeuern beflügeln bildnerisch dichterisch entspringen entstammen erotisch erzählerisch filmisch kindlich klanglich kollektiv künstlerisch literarisch poetisch schöpferisch surreal szenisch überlagern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Imagination‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil die Welt aber längst entzaubert ist, bleiben von den animistischen Imaginationen nur noch groteske Zeichen.
Die Welt, 09.12.2004
Zum Wissen über das Datum gesellt sich sogleich die Imagination.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 410
Doch ist nicht das Denken viel schwieriger und die Imagination dagegen ein naiver Akt?
Süddeutsche Zeitung, 30.03.1996
Selbst mit Hilfe der Imagination haben wir keine Chance, uns wirklich an seine Stelle zu versetzen.
Mehl, R.: Mitleid. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12112
Seit den achtziger Jahren beschäftigten mich Imaginationen, die sich bei mir an dieses Märchen geknüpft haben.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 285
Zitationshilfe
„Imagination“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Imagination>, abgerufen am 17.07.2019.

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