Idylle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Idylle · Nominativ Plural: Idyllen
Aussprache
WorttrennungIdyl-le
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Idylle‹ als Letztglied: ↗Hirtenidylle · ↗Schäferidylle · ↗Vorstadtidylle
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Dichtung oder Gemälde, die in schlichter, oft idealisierender Weise den friedvollen, bescheidenen Alltag einfacher, natürlicher Menschen auf dem Lande schildern, besonders in der Form der Hirtendichtung oder Schäferszene
Beispiele:
heitere, lebensfrohe, lebensfremde, verlogene Idyllen
die Idylle in der deutschen Malerei
der gerade erschienene Band enthält Idyllen aus dem 18. Jahrhundert
2.
Idyll
Beispiel:
die Hühnerpest brach aus und machte der landwirtschaftlichen Idylle ein Ende [JohoWendemarke302]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Idyll · Idylle · idyllisch
Idyll n. ‘Bild des einfachen, beschaulichen Lebens in (ländlicher) Abgeschiedenheit, komisch -beschauliche Szene’, entlehnt im 18. Jh. aus lat. īdyllium, griech. eidýllion (εἰδύλλιον) ‘Bildchen, kleineres Gedicht, besonders mit Szenen aus dem Land- und Hirtenleben’, Deminutivbildung zu griech. é͞idos (εἶδος) ‘äußere Erscheinung, Gestalt, Form’, das zu griech. idé͞in (ἰδεῖν) ‘sehen, erblicken’ (s. ↗Idee) gehört. Weil unter den Gedichten Theokrits (3. Jh. v. u. Z.), die später die Bezeichnung griech. eidýllion erhalten, sich einige Hirtenlieder befinden, entwickelt Idyll in der europäischen Schäferdichtung seinen neuzeitlichen Sinn. Im Dt. setzt sich für die literarische Schilderung eines Idylls in lyrisch-dramatischer oder lyrisch-epischer Dichtung (vielleicht nach dem Vorbild von frz. idylle) die Bezeichnung Idylle f. durch (vgl. den Plur. Idyllen, Titel von Geßner 1756), die später auch gleichbed. mit Idyll gebraucht wird. idyllisch Adj. ‘ländlich-friedlich, beschaulich’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erholungsort · Garten Eden · Idyll · Idylle · Insel der Seligen · ↗Oase · ↗Paradies · Paradies auf Erden · ↗Refugium · ↗Rückzugsort · ↗Rückzugsstätte  ●  heile Welt  ugs., ironisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sehnsucht arkadisch beschaulich biedermeierlich brüchig bukolisch bäuerlich bürgerlich dörflich familiär gestört grün häuslich kleinbürgerlich kleinstädtisch landschaftlich ländlich oberbayerisch pastoral romantisch scheinbar sommerlich stören trüben trügen trügerisch ungetrübt verlogen vermeintlich winterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Idylle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei darf er in einem Idyll ermitteln, das längst keines mehr ist.
Der Tagesspiegel, 07.12.2000
Da wird doch wohl nicht einer die Idylle trüben wollen?
Süddeutsche Zeitung, 05.08.1997
Du hast dein eigenes Leben gelebt in einer Idylle, die nicht existiert hat.
Rode, Axel: Das Erbe der Guldenburgs, Bergisch-Gladbach: Lübbe 1986, S. 146
Am vierzehnten Dezember, dem Tag nach dem großen Alarm, zerbrach meine Idylle.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 275
Zum letzten Mal erscheint der Arbeiter, außerhalb seiner Klasse, als Staffage einer Idylle.
Benjamin, Walter: Das Passagen-Werk. In: Tiedemann, Rolf (Hg.), Gesammelte Schriften Bd. 5,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1982 [1928-1929, 1934-1940], S. 41
Zitationshilfe
„Idylle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Idylle>, abgerufen am 14.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Idyll
Idschma
Idoneität
idolisieren
Idolatrie
Idyllik
Idylliker
idyllisch
IFA
Ifo-Geschäftsklimaindex