Idiotikon, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Idiotikons · Nominativ Plural: Idiotiken/Idiotika
Aussprache
WorttrennungIdi-oti-kon · Idio-ti-kon
HerkunftGriechisch
eWDG, 1969

Bedeutung

Mundartwörterbuch
Beispiele:
das Erscheinen eines neuen Idiotikons
das Schweizerische Idiotikon
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Idiot · Idiotie · idiotisch · Idiotikon
Idiot m. ‘Schwachsinniger’, allgemein auch ‘Trottel, Dummkopf’. Lat. idiōtā, idiōtēs, griech. idiṓtēs (ἰδιώτης) ‘Privatperson, einer aus dem Volk, der einfache, ungelehrte Mann, Laie’ ist eine Substantivierung des Adj. idiṓtēs ‘privat, ungelehrt, laienhaft’, einer Ableitung von griech. ídios (ἴδιος) ‘abgesondert, eigen, eigentümlich, privat’. Schon in den antiken Sprachen bezeichnet der Ausdruck geringschätzig auch den ‘Stümper, Pfuscher’. Die Entlehnung Idiot (16. Jh.) steht zunächst im alten griech.-lat. Sinne für ‘Laie, ungelehrter, ungebildeter Mensch’ (bis ins 19. Jh.), daneben auch für ‘Stümper’ (seit 18. Jh.). Die Bedeutung ‘Narr, Blöd-, Schwachsinniger’ ist zuerst im Engl. (um 1300) nachweisbar; im Dt. setzt sie sich erst im 19. Jh. durch. Idiotie f. ‘Schwachsinn’, allgemeiner ‘Dummheit, Trottligkeit’ (19. Jh.), älter dafür auch Idiotismus m. (19. Jh.), beides Neubildungen zu Idiot, während Idiotismus in der Bedeutung ‘Eigenart, Eigenheit einer Sprache, Mundarteigentümlichkeit’ (Ende 17. Jh.) unmittelbar aus griech. idiōtismós (ἰδιωτισμός) ‘die dem gemeinen Mann eigentümliche Art zu handeln, sich zu benehmen, zu sprechen’ entlehnt ist. idiotisch Adj. ‘schwachsinnig, trottlig’ (19. Jh.), ‘uneingeweiht, ungelehrt’ (16. Jh.), lat. idiōticus, griech. idiōtikós (ἰδιωτικός) ‘privat, gewöhnlich, unwissend, ungebildet’. Idiotikon n. ‘Wörterbuch eigentümlichen Wortschatzes, der Volkssprache, Mundartwörterbuch’ (18. Jh.), gelehrte Übernahme der neutralen substantivierten Form des Adjektivs griech. idiōtikós (im griech. Sinne eigentlich ‘das Private, Laienhafte, Volkstümliche’).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Idiotikon · ↗Mundartwörterbuch · Regionalismenwörterbuch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Idiotikon · Schweizerdeutsches Wörterbuch · Schweizerisches Idiotikon · Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Idiotikon · Schweizerdeutsches Wörterbuch · Schweizerisches Idiotikon · Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

schweizerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Idiotikon‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie waren 1862 angetreten, das Idiotikon innert zwanzig Jahren fertig zu machen.
Die Zeit, 03.02.2003 (online)
Auf das System, das dem Idiotikon zugrunde liegt, einigte man sich damals nach dreizehn Jahren Arbeit.
Die Zeit, 11.01.1993, Nr. 02
Er bringt nichts mit als eine kürzlich aufgegabelte Liebschaft und den vagen Auftrag der Königlichen Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ein "Idiotikon" zusammenzustellen.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2000
Zitationshilfe
„Idiotikon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Idiotikon>, abgerufen am 20.10.2019.

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