Huld, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Huld · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Huld‹ als Erstglied: ↗huldreich · ↗huldvoll
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben, veraltend, spöttisch Gnade, Gunst, Wohlwollen
Beispiele:
ein Beweis, Zeichen der Huld
jmd. ist voll Huld und Freundlichkeit, erweist jmdm. seine Huld
jmd. empfängt jmdn. mit jovialer, väterlicher Huld, mit der größten Huld
jmd. steht in jmds. Huld, ist bei jmdm. in Huld
Neben dem Kutscher saß der Groom und erfreute sich der Huld beider Damen [FontaneWuthenowI 1,375]
Was sind wir, / wenn kaiserliche Huld sich von uns wendet! [SchillerPiccolominiII 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Huld · huldigen · Huldigung
Huld f. ‘Wohlwollen, Gunst, Gnade, Geneigtheit’, ahd. huldī (8. Jh.), hulda (Hs. 12. Jh.), mhd. hulde ‘Dienstbarkeit, Ergebenheit, Treue (des Lehnsmanns seinem Herrn gegenüber), Geneigtheit, Wohlwollen (des Herrn gegenüber den Untergebenen)’, asächs. huldi, mnd. hülde, hulde, aengl. hyldu, mnl. nl. hulde, afries. helde, hulde, anord. hylli, aschwed. hylle sind Abstraktbildungen zu dem unter ↗hold (s. d.) dargestellten Adjektiv. Die gekürzte, einsilbige Form Huld tritt zuerst (15. Jh.) im Obd. auf. huldigen Vb. ‘einer Sache mit Überzeugung anhängen, sie vertreten’, älter ‘seine Verehrung zu erkennen geben, sich einem Herrscher durch Treuegelöbnis unterwerfen, Ergebenheit bezeugen’, spätmhd. huldigen ‘sich geneigt machen, für sich gewinnen’; vgl. ahd. hulden ‘beschwichtigen, versöhnen, für sich gewinnen’ (9. Jh.), mhd. frühnhd. hulden ‘geneigt machen, Dienstbarkeit, Treue geloben’. Huldigung f. (15. Jh.); vgl. mhd. huldunge, frühnhd. huldung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geneigtheit · ↗Gewogenheit · ↗Gunst · ↗Wohlwollen  ●  Huld  geh., veraltet · Zugewandtheit  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gnade Gunst Güte Himmel Stärke Zeichen entziehen göttlich königlich schenken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Huld‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also haftet dieser letztlich für die Zuweisung von Huld und Schuld.
Der Tagesspiegel, 27.12.2003
Nun gilt es, den frischen Glorienschein königlicher Huld gut zu vermarkten.
Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52
Die Huld, eine Eigenschaft Gottes, wird erst im Handeln offenbar.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7171
Die Dynastie schenkte auch weiterhin ihre Huld der alten brahmanischen Religion.
Petech, Luciano: Indien bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 25784
Der Kaiser habe ihm doch auch Huld und Vertrauen erwiesen, und er habe Ursache, ihm dankbar zu sein.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 87
Zitationshilfe
„Huld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Huld>, abgerufen am 21.10.2019.

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