Hooligan, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hooligans · Nominativ Plural: Hooligans · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungHoo-li-gan
HerkunftEnglisch
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
meist einer Gruppe zugehöriger Anhänger eines Fußballcubs, der bei Spielen seines Clubs anreist und sich sowohl im Stadion als auch in dessen Umgebung aggressiv und gewalttätig verhält
Beispiele:
Ganz allgemein sind Hooligans in erster Linie an der Gewalt an sich interessiert. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß gewaltbereite Dresdner Fußballfans auch immer wieder in anderen Zusammenhängen auffallen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2006]
Das Mutterland des Fußballs ist auch das Vaterland der Hooligans, eine Bezeichnung, die sich in den siebziger Jahren für Fußballrowdys einbürgerte. Erstmals tauchte das Wort um 1890 in einem Music-Hall-Song auf, der die Aktivitäten einer gewalttätigen irischen Familie namens Hooligan besang. Der Ursprung des modernen Phänomens der Fußball-Hooligans liegt nach Auffassung von Soziologen im Identitätsverlust der Arbeiterklasse, die ihren alten Stolz verloren hat. [o.A.[kr.], Hooligan, in: Süddeutsche Zeitung 16.06.1998, S. 2]
In der Nachspielzeit der Begegnung zwischen Hajduk Split und HNK Rijeka (1:1) lief ein vermummter und ganz in Schwarz gekleideter Hooligan auf den Platz. [Die Welt, 15.03.2017]
Deutsche Hooligans haben in der Vergangenheit schon häufiger für schwere Ausschreitungen gesorgt. Bei der WM 1998 prügelten Hooligans einen Polizisten fast zu Tode. Zuletzt wurden bei der EM 2000 nach Krawallen beim Spiel gegen England 98 deutsche und englische Randalierer verhaftet. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2005]
Die Polizei nahm in einer Berliner Kneipe acht englische Hooligans fest. Sie hatten Autos beschädigt, randaliert und Gäste verpügelt (10 wurden im Krankenhaus behandelt). [Bild, 03.06.1997]
Offensichtlich wollte die Polizei unter allen Umständen verhindern, daß wir ins Stadion gelangten. Jetzt gingen die ungefähr tausend Hooligans gegen die fünfhundert Polizisten vor. Im Nu entstand eine gewaltige Massenschlägerei. [Hasselbach, Ingo / Bonengel, Winfried, Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Verl. 1993, S. 80]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: bekannte, gewaltbereite, gewalttätige, randalierende, rechte Hooligans
als Akkusativobjekt: Hooligans festnehmen, verurteilen, an etw. hindern
in Präpositionalgruppe/-objekt: Ausschreitungen, Krawalle von Hooligans; der Kampf gegen Hooligans; Angst vor Hooligans; eine Gruppe von Hooligans
in Koordination: Neonazis, Rechtsextremisten, Skinheads und Hooligans
als Aktiv-/Passivsubjekt: Hooligans randalieren, prügeln sich, stürmen etw.
2.
allgemeiner gewaltbereiter Randalierer, auch politisch motivierter Aufrührer
Beispiele:
Am Rande des damaligen Unabhängigkeitstags griffen Hooligans die russische Botschaft an, stürmten ein Zentrum von linken Alternativen und fackelten den geflochtenen Regenbogen ab, der den Kreisverkehr am Erlöserplatz überspannte. [Die Zeit, 12.11.2017 (online)]
Anfangs versuchten die Linken, das Hausprojekt zu stoppen, indem sie uns ständig angriffen. Hooligans hatten in den Monaten davor die Häuser der Linken immer wieder überfallen und auch Autos in die Luft gejagt. Für diese Überfälle machten die Autonomen uns verantwortlich, obwohl wir damit ausnahmsweise nichts zu tun hatten. [Hasselbach, Ingo / Bonengel, Winfried, Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Verl. 1993, S. 98]
[Der rumänische Präsident] Iliescu hatte die Regimegegner schon vor Wochen als »Gesindel und Hooligans« diffamiert. [Der Spiegel, 18.06.1990]
Dann trieb man uns zu Polzeiwagen und verlud uns mit entsprechenden Schmähungen und unter wüsten Zurufen einiger Volksempörung mimender Hooligans, die sich »ganz zufällig« nachts gegen 1 Uhr trotz des Regens vor dem Bahnhof dieser Kleinstadt befanden. [Neues Deutschland, 05.09.1953]
Auch diese Handlungsweise entsprang deutlich seinem Wesen, das aus Dummschlauheit und ängstlichem Ruhebedürfnis gemengt war. Zugleich ließ er zum Schutze der mohammedanischen Bevölkerung eine »Bürgerwehr« ausrüsten, das heißt einige rasch zusammengetrommelte Hooligans bekamen ganz nach abdulhamidischem Muster je eine grüne Binde um den Arm und ein Mausergewehr in die Hand geliefert. Die guten türkischen Bürger, die in Zeitun lebten, rechtlich-würdige Menschen, waren die ersten, die sich über diesen Schutz empörten, den man ihnen angedeihen ließ. [Werfel, Franz, Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Berlin: Zsolnay 1933, S. 105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hooligan m. ‘Rabauke, von Zerstörungswut beherrschter Rowdy’ (bei sportlichen Veranstaltungen, besonders Fußballspielen), Entlehnung (Mitte 20. Jh.; ein vereinzelter Frühbeleg 1906) von gleichbed. engl. hooligan (Ende 19. Jh.). Meist im Plural Hooligans. Herkunft ungewiß. Als Ausgangsform wird der (ir.?) Eigenname Hooligan oder O’Hoolihan eines polizeibekannten Schlägertyps in London vermutet (unter Anlehnung an ir. hooley ‘wild’?).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hooligan · ↗Randalierer · ↗Rowdy
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausreise Ausreiseverbot Ausschreitung Ausschreitungen Fußball-Weltmeisterschaft Gendarm Krawall Neonazi Randal Randalierer Schlägerei Skinhead Stadionverbot Warnecke anzetteln berüchtigt englisch festgenommen gefürchtet gewaltbereit gewalttätig holländisch polizeibekannt prügeln prügelnd randalieren randalierend vermummt vorbestraft zusammenschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hooligan‹.

Zitationshilfe
„Hooligan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hooligan>, abgerufen am 22.04.2019.

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