Hohn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hohn(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Hohn‹ als Erstglied: ↗Hohngelächter · ↗hohnlachen · ↗hohnlächeln · ↗hohnsprechen · ↗hohnvoll
eWDG, 1969

Bedeutung

boshafter, verächtlicher Spott
Beispiele:
beißender, bitterer, blanker, kalter, leiser, verletzender, frecher, offener, unverhüllter, eisiger Hohn
etw. mit schneidendem, ohne (jeden) Hohn sagen
voll Hohn sprechen
jmdn. mit Hohn behandeln
etw. wie Hohn empfinden, für Hohn halten
jeder Satz des Briefes erschien ihm, klang wie Hohn
Hohn leuchtete in seinen Augen auf
jmd. erntet nur Hohn und Spott
jmdn. mit Spott und Hohn überschütten
viel Spott und Hohn erdulden müssen
das ist (ja) der reinste Hohn! (= das stimmt keinesfalls!)
jmdm. etw. zum Hohn tun (= etw. tun, um jmdn. zu ärgern)
es wirkte wie Hohn auf alle geistige Arbeit, als sie auf das Buch zeigten [KasackStadt525]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hohn · ↗Häme · ↗Sarkasmus · ↗Verspottung · beißender Spott · bissige Bemerkung · sarkastische Bemerkung · ätzender Spott
Assoziationen
Synonymgruppe
Hohn · ↗Satire · ↗Verspottung  ●  ↗Farce  franz.
Assoziationen
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Zitationshilfe
„Hohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hohn>, abgerufen am 27.05.2019.

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