Hexerei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hexerei · Nominativ Plural: Hexereien
Aussprache
WorttrennungHe-xe-rei (computergeneriert)
Wortzerlegunghexen-erei
eWDG, 1969

Bedeutung

Zauberei
Beispiele:
die Kunststücke des Jongleurs grenzten an Hexerei
das ist ja die reinste Hexerei!
sprichwörtlich Geschwindigkeit ist keine Hexerei
sie […] haben Flammen aus dem Maul geblasen wie verdammte Seelen und allerlei finstere, unerklärliche Hexereien vollbracht [CramerKonzessionen264]
Zauberkunststück
Beispiel:
Durch die Scheibe sah er sie drinnen ein Stück Hexerei vollbringen. Rascher als man denken konnte, verschwanden seine Kleider, ward der Pfühl hergerichtet, ordnete sie ihr Haar und das Gewand [KusenbergNicht zu glauben85]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hexe · Hexenschuß · Hexenprozeß · Hexenkessel · hexen · behexen · verhexen · Hexerei
Hexe f. weibliches Wesen, dem Verbindung zu bösen Mächten und Zauberkräfte zugeschrieben werden, nach früherem, religiösem Aberglauben (vom 15. Jh. an) eine mit dem Teufel im Bunde stehende Frau, als Schimpfwort ‘böses, häßliches Weib’. Die in den westgerm. Sprachen bezeugten Formen ahd. hazus, hazussa (10. Jh.), hazas(sa), hazis(sa), hagazussa (11. Jh.), mhd. hecse, hesse, mnl. haghetisse, -tesse, nl. heks, aengl. hægtesse, hegtes, engl. hag zeigen in ihrer unterschiedlichen Lautgestalt offensichtlich affektisch bedingte Veränderungen und Verkürzungen. Es scheint sich um ein Kompositum zu handeln, dessen Bestimmungswort aus dem unter ↗Hag (s. d.) behandelten Substantiv besteht. Das Grundwort bleibt unklar. Man bringt es allgemein mit norw. (mundartlich) tysja ‘Elfe’, tusul ‘Gespenst’, lit. dvasià, aslaw. duchъ, russ. duch (дух) ‘Geist, Hauch, Atem’, mhd. getwā̌s ‘Gespenst’, gall. dusius ‘Dämon’, westfäl. Dūs ‘Teufel’ in Verbindung, so daß Anschluß an die s-Erweiterung ie. *dheus-, *dhū̌s- der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- in Wörtern für ‘stieben, stäuben, wirbeln; verwirrt, betäubt, albern; blasen, keuchen; Geist, Gespenst’ möglich ist (wozu auch ↗dösig, ↗Dunst, ↗Tier, s. d.). Unter Hexe wäre also eine Unholdin zu verstehen, die, auf Zäunen lauernd (vgl. anord. tūnriða ‘Zaunreiterin’), die eingehegte geschützte Wohnstätte zu gefährden sucht. Andere erschließen germ. *hagahatusī, sehen im zweiten Bestandteil eine aus dem Part. Prät. von ↗hassen (s. d.) hervorgegangene Bildung und interpretieren das Kompositum als eine Art ‘Walddämon’, wobei die Kurzform ahd. hazus als Repräsentation des zweiten Gliedes gelten könnte. de Vries Nl. 248 hält eine Beziehung des Grundworts zu aengl. tāda, tādige, engl. toad, dän. tudse, schwed. tossa ‘Kröte’ für möglich, da auch der Kröte die Fähigkeit zugeschrieben wird, Krankheiten zu verursachen und die Gestalt zu wechseln. Zum Komplex vgl. Polomé in: Ahd. 2 (1987) 1107 ff. Im 15./16. Jh. wird das Wort Hexe durch die Hexenverfolgung aktualisiert und vom christlichen Standpunkt her (s. oben) umgedeutet. Hexenschuß m. plötzlicher Schmerzanfall im Bereich der Lendenwirbel (16. Jh.), wegen des plötzlichen Ausbrechens mit einem Schuß von Zauberhand verglichen (vgl. aengl. hægtessan gescot). Hexenprozeß m. ‘Gerichtsverfahren gegen eine als Hexe verdächtigte Frau’ (17. Jh.). Hexenkessel m. nur bildlich ‘Unruheherd, explosive, gefährliche Region, Situation’ (19. Jh.), im Anschluß an die Vorstellung eines brodelnden, Zaubermixturen von Hexenhand enthaltenden Kessels. hexen Vb. ‘von Zauberkräften Gebrauch machen, übernatürliche Dinge vollbringen’ (16. Jh.). behexen Vb. ‘mit Zauberkraft auf jmdn. einwirken’, verhexen Vb. ‘jmdn. mit Zauberkraft in bestimmter Weise entstellen, jmdn. dämonischer Macht ausliefern’ (beide 17. Jh.). Hexerei f. ‘Zauberkunst, übernatürliche dämonische Wirkung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hexenwerk · ↗Magie · ↗Voodoo · Zauberkunde · ↗Zauberkunst  ●  ↗Zauberei  Hauptform · Hexerei  ugs. · ↗Hokuspokus  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aberglaube Anklage Geschwindigkeit Glaube Magie Phänomen Schnelligkeit Schule Verdacht Vorwurf Zauberei angeblich anklagen beschuldigen bezichtigen grenzen rein verdächtigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hexerei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geschwindigkeit ist daher keine Hexerei mehr, wenn insgesamt nur ein paar tausend Orders am Tag abgewickelt werden müssen.
Die Welt, 25.04.2001
Bei ihrer Hexerei habe sie sogar das Kruzifix aus dem Haus geworfen.
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2001
An sich ist es durchaus keine Hexerei, dem Übel der Fassaden-Reklame abzuhelfen.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 40
Daraufhin tritt Jakob vor und klagt den König der Gotteslästerung und seine Tochter der Hexerei an.
Fath, Rolf: Werke - G. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6182
Es brachte Glück in Prozessen und im Kriege, war ein Amulett gegen Hexerei und zog viel Geld ins Haus.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 37
Zitationshilfe
„Hexerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Hexerei>, abgerufen am 20.07.2019.

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