Herold, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Herold(e)s · Nominativ Plural: Herolde
Aussprache
WorttrennungHe-rold
Wortbildung mit ›Herold‹ als Erstglied: ↗Heroldsamt · ↗Heroldsbild · ↗Heroldskammer · ↗Heroldsliteratur
eWDG, 1969

Bedeutung

historisch königlicher, fürstlicher Bote
Beispiele:
zwei Herolde ritten voran
da schien es ihm plötzlich gewiß, daß der [Kurier] auch für ihn komme, als ein Herold der königlichen Gnade [B. FrankTrenck145]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herold m. ‘Bote eines Fürsten’, spätmhd. heralt, heralde (14. Jh.) ist entlehnt aus afrz. mfrz. hiraut (mit vokalisiertem vorkonsonantischem l aus *hiralt), heraut (frz. héraut) bzw. dessen latinisierter Form mlat. heraldus (s. ↗Heraldik). Das afrz. Wort wiederum wird auf eine germ. Zusammensetzung anfrk. *heriwald (s. ↗Heer und ↗walten) zurückgeführt, die einen (höheren) Heeresbeamten bezeichnet haben muß und als Personenname für einen Bataverfürsten in der Form Chariovalda bereits bei Tacitus begegnet (vgl. auch aengl. Hereweald, asächs. Heriold, anord. Haraldr). Bei der Übernahme aus dem Afrz. bedeutet spätmhd. heralt ‘Aufsichtführender beim Turnier, der über die Wettkampfregeln und die Rittermäßigkeit der Teilnehmer zu wachen hat’. Der frz. Aussprache des Anlauts folgend, erscheint das Wort seit dem 14. Jh. auch in der Form erhalt und wird fälschlich, wie die Namen Ehrenhalt, Ehrenhold (noch im 19. Jh.) bezeugen, mit ↗Ehre (s. d.) in Verbindung gebracht. Andererseits kann Herold (wie schon afrz. hiraut) den Sinn ‘Gaukler, Spielmann’ annehmen und in frühnhd. Zeit für lat. nebulo und vagus stehen. Mit dem Niedergang des Rittertums und des Turnierwesens verschwindet das Amt des Turnieraufsehers. Herold wird seitdem noch historisch oder in Bedeutungen wie ‘Ausrufer, Verkünder, Bote’ verwendet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausrufer · ↗Bote · Herold · ↗Signalgeber · ↗Sprachrohr · ↗Verkünder · ↗Vorbote
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Herold · Wappenherold
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beteiligung Bote Fanfare Fortschritt Kanzler König Revolution Tränenpalast Versicherung aufschwingen bayerisch blasen deutsch einstig gehörend königlich literarisch profilieren unermüdlich verkünden verlesen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Herold‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das erste Werk des neuen Lebens ist der »Herold« für innere Medizin.
Die Zeit, 27.12.2010, Nr. 52
Wenn sich der Protest gegen einen anderen Künstler gerichtet hätte, dessen Werk nicht so ironisch ist wie das Herolds, hätten wir nicht so verfahren können.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2003
Als symbolhaftes Tier, als Herold des Lichtes, ist der Hahn in viele Religionen eingegangen.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 154
Sicher, nach der Lehre von Herold vergaßen Gesunde nichts so schnell wie grausiges Erleben.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 137
An der spätestens 1563 errichteten landschaftlichen Schule höheren Grades wirkte J. Herold als Kantor.
Schneider, Erich u. a.: Österreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40855
Zitationshilfe
„Herold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Herold>, abgerufen am 19.04.2019.

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